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Ganderkesee – St. Hülfe

380-kV-Leitung zwischen den Umspannwerken Ganderkesee und St. Hülfe bei Diepholz


Region
Niedersachsen
Projektart
Neubau
Kategorie
onshore
Status
preparation
Projekttags
  • Ganderkesee-St.Hülfe
  • 380 kV
Header-Ganderkesee-St.Hülfe

Über das Projekt

Die neue Stromtrasse wird bestehende Lücken im Übertragungsnetz schließen und damit langfristig für eine sichere Stromversorgung sorgen.

Ganderkesee - St.Huelfe Projektkarte

Durch die zunehmende Erzeugung und Einspeisung erneuerbarer Energien in Niedersachsen stößt das Stromnetz an seine Grenzen. Neue Höchstspannungsleitungen sollen den erzeugten Strom nutzbar machen und die Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands versorgen, wenn 2022 die Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Damit ist TenneT einer der wichtigsten Akteure der Energiewende. TenneT baut eine neue 380-kV-Leitung zwischen den Umspannwerken Ganderkesee und St. Hülfe bei Diepholz. 2016 hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) den Planfeststellungbeschluss für das Vorhaben erlassen. Die neue Leitung ist knapp 61 Kilometer lang. Etwa 13 Kilometer davon entfallen auf drei Erdkabelabschnitte.  

Der Bau ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Während entlang des Trassenverlaufs in einigen Gemeinden Änderungen der Planunterlagen notwendig sind, hat in anderen Bereichen bereits die Bauausführung begonnen. Nicht zuletzt aufgrund seiner Teilerdverkabelungsoption gehört dieses Leitungsbauprojekt zu den anspruchsvollsten Vorhaben im derzeitigen Netzausbauprogramm. Sowohl genehmigungsrechtlich als auch technisch betritt TenneT mit diesem Projekt Neuland, weshalb sich die geplante Inbetriebnahme von bisher Mitte 2021 auf aktuell Anfang 2023 verschieben wird.

 

Erdkabel Infozentrum Prinzhöfte Header

Erdkabel-Infozentrum

Infos aus erster Hand, baustellennah, Technologie zum Anfassen und ein Blick hinter die Kulissen: das neue Infozentrum für die Trasse Ganderkesee - St. Hülfe. Erklärende Videos, anschauliche Grafiken, interessante Modelle, beeindruckende Besichtigungen: Wie kommt das Kabel in die Erde? Wie schwer ist es? Das Erdkabel-Infozentrum in Klein Henstedt im Raum Ganderkesee erklärt die Erdkabel-Baustelle und Erdkabel-Technologie.

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Häufig gestellte Fragen

Begriffe rund um das Bauen

Maststockung bedeutet, dass die bis zu 60 Meter hohen Maste im Höchstspannungsbereich nicht in einem Stück aufgestellt, sondern stockweise gebaut werden. Zum Aufeinandersetzen der „Maststockwerke“ wird manchmal sogar ein Hubschrauber genutzt, bei der Leitung Dörpen/West-Niederrhein genügt aber ein Kran, der millimetergenau arbeitet. Wie bei einem Baukasten wird erst ein Tonnen schwerer Mastfuß auf das Fundament gehoben, dann folgt der Mittelteil und schließlich die Mastspitze. Von Hand werden die Mastteile danach miteinander verschraubt. Zur Verrichtung der Arbeiten auf 40 Meter Höhe wird eine Spezialausbildung erfordert.

Entscheidend für die Stabilität der Masten ist ihr Fundament, wobei dieses von dem Aufbau des Baugrunds und den bodenmechanischen Eigenschaften abhängt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Tiefen- und Flachgründungen. Zu den Flachgründungen zählen die Platten- und die Stufenfundamente. Als Tiefengründungen werden gerammte oder gebohrte Fundamente bezeichnet.
Die Fundamente der Masten der 380-kV-Leitung Ganderkesee – St. Hülfe entstehen durch Tiefengründungen: sie werden also gerammt oder gebohrt. Um das Gesamtgewicht besser zu verteilen und auch in den Boden weiterzuleiten, werden Rohre oder Stahlträger zur Pfahlgründung in den Boden gerammt. Falls der Boden nicht rammfähig ist, werden gebohrte Pfähle genutzt. Das Bohren der Pfähle in den Boden mittels einer Baumaschine dauert in der Regel einen Tag. Bei der Plattengründung wird dann eine Grube für das Mastfundament ausgehoben, die an den Wänden mit dünnen Stahlprofilplatten oder Holzschalungen gestützt wird. Das Unterteil des Mastes wird schließlich auf vier Fußeckstielen montiert, die an den vier Ecken des Maststandortes aufgestellt werden. Nachdem eine formgebende Schalung aufgestellt ist, wird die Grube des Fundaments dann mit zu den örtlichen Verhältnissen passendem Beton ausgegossen. Dieser härtet mehrere Tage aus, bevor die weiteren Bauschritte folgen.

Zwischen einem Erdkabel- und einem Freileitungsabschnitt einer Stromleitung werden Übergangsbauwerke benötigt, sogenannte „Kabelübergangsanlagen“ (KÜA). Diese enthalten alle technischen Komponenten, um den Übergang von Freileitungen auf Erdkabel und umgekehrt zu ermöglichen. Darum werden für den Erdkabelabschnitt eine Kabelübergangsanlage in Segberg und eine in Dankern benötigt. Grundsätzlich erfordern KÜAs eine relativ große Fläche, ungefähr vergleichbar mit der eines Fußballfeldes – eher etwas kleiner. Prominentestes Bauwerk der KÜA ist das etwa 27 Meter hohe Portal, das den Eingang zur Kabelübergangsanlage darstellt. Die gebündelten Freileitungsseile werden am Portal einzeln angehängt und weiter auf die Rohrverbindung geführt. Auf dem Portal werden drei etwa 10 Meter hohe Blitzschutzstangen montiert. Der große Abstand zwischen den einzelnen Elementen lässt sich leicht erklären: Die Luft um die elektrischen Betriebsmittel ist zur Isolation der unter Spannung stehenden Teile notwendig. Alle spannungsführenden Teile sind daher weit über dem Boden angebracht und stehen auf Gerüsten, auch um gegenseitige Beeinflussungen (z. B. durch Induktion) auszuschließen und eine sichere Begehbarkeit der Anlage im Servicefall zu gewährleisten.

Im sauerstoffreien Grundwasser können, abhängig von (hydro-)geologischen Gegebenheiten, große Mengen zweiwertiger Eisen-Ionen (Fe2+) gelöst sein. Kommt Grundwasser mit Sauerstoff in Kontakt, oxidieren die zweiwertigen Eisen-Ionen zu drei- und vierwertigen Eisenverbindungen. Das kann beispielsweise im Zuge einer Grundwasserabsenkung bedingt durch Tiefbauarbeiten passieren. Die Eisenverbindungen lagern sich dann als braune, rostige Schicht z.B. in Gräben oder Drainagerohren ab. Um einer Verockerung entgegenzuwirken, werden vorsorglich strohgefüllte Container eingesetzt. Das geförderte Wasser wird durch das im Container enthaltene Stroh gefiltert, wodurch sich die Eisenkonzentrationen absenken lässt.

Kontakt

Peter Hilffert

Peter Hilffert

Pressereferent - Onshore für Schleswig-Holstein und Niedersachsen
Maximilian Rühl

Maximilian Rühl

Projektkommunikation