Skip to content

Elbe-Lippe-Leitung Nord

Mit der Elbe-Lippe-Leitung Nord treiben wir den Netzausbau voran und bringen grüne Energie von Nord nach West.


Region
Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen
Projektart
Netzverstärkung
Kategorie
onshore
Status
planning
Projekttags
  • Elbe-Lippe-Leitung Nord
Header Elbe Lippe Nord

Was ist geplant, wo soll die Trasse langgeführt werden? Was ist überhaupt geplant und wo kann man aktuelle Pläne einsehen?

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark angewachsen und wird dies weiter tun. Die Windkraft bietet dabei die größten CO2-freien Erzeugungskapazitäten in Deutschland – onshore wie offshore. Sie wächst stetig – und das in erster Linie in den windreichen Regionen im Norden Deutschlands. So soll die Offshore-Windenergie bis 2030 auf 30 Gigawatt, bis 2040 sogar auf 40 Gigawatt ausgebaut werden.

Die großen Verbrauchszentren liegen jedoch überwiegend in West- und Süddeutschland. Diese Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, müssen aufgrund des Ausstiegs aus der Kernenergie und Kohleverstromung zunehmend erneuerbaren Strom importieren, um zu jeder Tages- und Jahreszeit eine sichere Versorgung gewährleisten zu können. Für den Transport der grünen Energie über lange Strecken bedarf es regelbarer, kapazitätsstarker Gleichstromverbindungen wie den B-Korridor, die den Strom verlustarm in den Westen und Süden transportieren.

Gleichzeitig müssen insbesondere in Norddeutschland Erzeuger erneuerbarer Energien wie beispielsweise Windparks schon heute zeitweise aus dem Betrieb genommen werden, weil überlastete Wechselstromleitungen den Strom nicht mehr aufnehmen können. Damit auf dem Weg ins Zeitalter der Energiewende Netzstabilität und Versorgungssicherheit gewährleistet bleiben, sind die Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze dringend erforderlich. Die geplante Elbe-Lippe-Leitung Nord (ElLi Nord) wird das Netz zwischen Dollern und Ovenstädt verstärken.

Der Auftrag für TenneT leitet sich direkt aus dem Bundesbedarfsplangesetz ab, das 2021 durch den Deutschen Bundestag beschlossen wurde. Die zu ertüchtigende Bestandsleitung startet westlich von Hamburg im Umspannwerk Dollern und erstreckt sich über die (Samt-)Gemeinden Fredenbeck, Horneburg, Harsefeld, Zeven, Sottrum, Langwedel, Verden/Aller, Thedinghausen, Grafschaft Hoya, Marklohe, Siedenburg, Petershagen, Uchte, Mittelweser und Liebenau nach Ovenstädt. Damit ist die geplante Trasse das Schwesterprojekt der geplanten Leitung Stade – Landesbergen, die annähernd parallel zur 380-kV-Bestandsleitung verläuft.

Um in Zukunft mehr Strom transportieren zu können, muss bis 2033 eine neue 380-kV-Leitung errichtet werden. Im Anschluss wird die bisherige Stromleitung zurück gebaut. Auch wenn es sich bei der Bestandsleitung bereits um eine 380-kV-Leitung handelt, ist der Unterschied zur geplanten Elbe-Lippe-Leitung Nord auffällig:  Die Transportkapazität wird mit dem Ersatzneubau von 2.400 Ampere auf mehr als 4.000 Ampere erhöht, dafür werden mehr Leiterseile aufgelegt, die Masten werden deshalb mit 4er statt wie bisher mit 2er Bündeln ausgestattet – das können die derzeitigen Masten nicht mehr leisten. Daher ist ein Ersatzneubau dringend notwendig.

Das Projekt wird als  Freileitung realisiert.

Das NOVA-Prinzip

Die Abkürzung NOVA steht für Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau.

Unter dem Begriff Netzoptimierung fallen eine Reihe verschiedener Maßnahmen, die im bestehenden Netz durchgeführt werden können.

Eine Optimierung kann beispielsweise durch das sogenannte Freileitungsmonitoring erfolgen. Dies wirkt optimierend, indem bestehende Leitungen abhängig von der herrschenden Witterung ausgelastet werden. Bei Wind oder kühlen Außentemperaturen können Leiterseile mehr Strom übertragen. Bei kälteren Temperaturen oder Wind kann so mehr Energie übertragen werden. Doch auch hier gibt es Grenzen: Einzelne Leiterseile dürfen nicht heißer als 80 Grad Celsius werden – das heißt, die Energiemenge kann selbst im Winter nicht beliebig gesteigert werden.

Netzverstärkungen sind beispielsweise der Austausch oder die Erweiterung bestehender Leitungen. Dies kann unter anderem durch neue Anlagen, Umbeseilungen mit Hochtemperaturleiterseilen, Installation zusätzlicher Stromkreise auf bestehenden Masten oder durch den Neubau von Leitungen mit höherer Übertragungskapazität in bestehenden Trassen realisiert werden.

Nur, wenn beides nicht ausreicht oder technisch nicht möglich ist, wird das Netz durch den Ausbau neuer Umspannwerke oder Schaltanlagen beziehungsweise zusätzlichen Leitungen in neuen Trassen erweitert. Einen solchen Ausbau schlagen die Übertragungsnetzbetreiber nur dann vor, wenn Optimierungen bzw. Verstärkungen nicht ausreichen oder aus anderen Gründen nicht in Betracht kommen.

Im Falle der Elbe-Lippe-Leitung Süd wird derzeit eine Netzverstärkung in Form einer Umbeseilung auf Hochtemperaturleiterseile geprüft. 

  • Meilensteine

  • 2025/2026

    Einreichung Planfeststellungsunterlagen

  • 2027/2030

    Planfeststellungs­beschluss

  • 2028/2030

    Baubeginn

  • 2031/2033

    Inbetriebnahme

Umspannwerk Sottrum

Ein Umspannwerk dient dazu, Stromnetze verschiedener Spannungsebenen miteinander zu verbinden.

In den Umspannwerken (UW) treffen die Leitungen verschiedener Spannungsebenen aufeinander und werden miteinander verbunden. Über die Höchstspannungsleitungen (220-kV und 380-kV) wird die Energie aus den Kraftwerken zu den Umspannwerken transportiert und dort auf die nächstniedrigere Spannungsebene (110-kV) transformiert. Über das Hochspannungsnetz (110-kV) erfolgt die Stromversorgung der Region.

Der Energiebedarf steigt – und der saubere Windstrom aus dem Norden muss nach Süden und Westen transportiert werden. Um eine höhere Stromlast tragen zu können muss das Stromnetz erweitert und verstärkt werden. Das gilt auch für die dazugehörige Infrastruktur wie die Umspannwerke. Sie sind Netzknoten des Übertragungsnetzes und verbinden diese Stromautobahnen mit dem 110-kV Verteilnetz, den Bundes- und Landstraßen der Energienetze. Diese wiederum leiten den Strom in die Regionen und speisen vor Ort produzierten Strom zur überregionalen Nutzung ein.

Das bestehende Umspannwerk in Sottrum kann zusätzliche Kapazitäten, ausgelöst durch den Netzausbau, nicht mehr aufnehmen.

Einer Erweiterung am bestehenden Standort sind damit platztechnische Grenzen gesetzt. Um eine zuverlässige Stromversorgung und die Sicherheit der Netze zu gewährleisten, ist es sinnvoll, diese kritische Infrastruktur räumlich zu entkoppeln. So ist es auch im Netzentwicklungsplan und im Bundesbedarfsplan als gesetzlicher Grundlage festgelegt.

Damit entwickelt die Region Sottrum ihre überregionale Bedeutung für die Energieverteilung weiter: mit dem vorhandenen Umspannwerk, angebunden an die 380-kV-Leitung Stade – Landesbergen, und dem neuen Umspannwerk mit dem Stromdrehkreuz der 380-kV-Leitungen Conneforde – Sottrum und der Elbe-Lippe-Leitung. 

Dieses Stromdrehkreuz transportiert Offshore-Windenergie aus dem Nord-Westen der Region Conneforde in den Nord-Süd-Kanal der Elbe-Lippe-Leitung und dient damit der Weiterleitung in die Verbrauchszentren im Süden und Westen der Republik. 
Der geplante Neubau des Umspannwerks im Raum Sottrum ist Teil des Leitungsbauprojekts Conneforde – Sottrum. Weitere Infos zu diesem Projekt finden Sie hier.

Kontakt

Jennifer Bannick

Jennifer Bannick

Referentin für Bürgerbeteiligung | Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
Renate Gaus

Renate Gaus

Referentin für Bürgerbeteiligung | Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen