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Conneforde-Sottrum

Tennet ersetzt die Leitung zwischen Conneforde und Sottrum durch eine neue 380-kV-Leitung. Damit machen wir das Übertragungsnetz fit für die Zukunft.


Region
Niedersachsen
Projektart
Ersatzneubau
Kategorie
onshore
Status
planning
Projekttags
  • Conneforde-Sottrum
  • 380-kV
Landscape Northern Germany Conneforde Power Line

Über das Projekt

Eine Stromautobahn für die Energiewende

Conneforde-Sottrum Karte

Nirgendwo wird mehr Strom aus Windkraft erzeugt als an den Küstenregionen Niedersachsens. Wir machen das Übertragungsnetz fit, damit es die steigenden Mengen erneuerbarer Energien auch künftig stabil und sicher transportieren kann. Denn der Strom wird in den Industrie- und Ballungsräumen Süddeutschlands dringend benötigt.
Die bestehende 220-kV-Leitung zwischen Conneforde und Sottrum ist nicht für die prognostizierten Energiemengen ausgelegt. Deshalb errichten wir einen Ersatzneubau auf 380-kV-Ebene.

TenneT im Dialog in Niedersachsen

https://tennet-drupal.s3.eu-central-1.amazonaws.com/default/2022-09/Dialog%20Niedersachsen.JPG

Zahlen, Daten

  • 100 km Länge der Bestandsleitung
  • 270 Masten auf der Bestandsleitung

Fakten

  • Aktueller Stand: Vorplanung
  • Netzverstärkung/Netzausbau

380 kV für ein stabiles Übertragungsnetz

Für die Herausforderungen der Energiewende muss die rund 100 Kilometer lange 220-kV-Leitung aus den 1960er Jahren erneuert werden.

TenneT ersetzt die Leitung zwischen Conneforde und Sottrum durch eine neue 380-kV-Leitung. Bei dem Projekt handelt es sich um einen Ersatzneubau: TenneT verfolgt dabei das Ziel, den Lauf der neuen Leitung grundsätzlich am Verlauf der bestehenden Trasse zu orientieren. Von Conneforde spannt sie sich nach Elsfleth und quert die Weser bei Berne. Sie verläuft weiter in Richtung Osten über den Abzweig in Richtung Bremen bis nach Sottrum. Wenn möglich, weden alternative Trassenverläufe entwickelt, wo es zu Konflikten mit Wohnbebauung oder schützenswerten Naturräumen kommt.

Die neue Leitung muss an bestehende Infrastruktur anschließen. Dafür werden das Umspannwerk Conneforde und die Schaltanlage in Elsfleth/West erweitert. Dazwischen errichtet TenneT im Suchraum Ovelgönne / Rastede / Wiefelstede / Westerstede eine 380-kV-Schaltanlage zur Miltiterminal-Anbindung und in Huntorf einen 380/220-kV-Transformator neu. In Bremen entsteht ein neues Umspannwerk für die regionale Versorgung. Im Raum Sottrum sucht TenneT nach einem Standort für ein neues Umspannwerk mit zwei 380/110-kV-Transformatoren.

Im Anschluss an die Inbetriebnahme der neuen Leitung wird die Bestandstrasse zurückgebaut.

Warum ist die Leitung Conneforde – Sottrum so wichtig für die Energiewende?

Der Anteil an erneuerbaren Energien im deutschen Stromnetz steigt. Die niedersächsische Küstenregion ist Spitzenreiter in Sachen Windenergie, mit steigender Tendenz. Für das Übertragungsnetz bedeutet dies jedoch eine zunehmende Belastung. So kann die bestehende 220-kV-Leitung zwischen Conneforde und Sottrum diese Mengen an Strom nicht mehr abführen. Deshalb ersetzt TenneT die Leitung durch eine neue 380-kV-Leitung – für ein sicheres und stabiles Stromnetz in Deutschland.

 

Ein Projekt, zwei Abschnitte

Nach der Bestätigung des Projekts durch die Bundesnetzagentur, haben im Frühjahr 2021 die Vorplanungen begonnen. Die Antragskonferenzen zum Raumordnungsverfahren (ROV) mit den Ämtern für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems und Lüneburg fanden im März 2022 statt. Im Mai 2022 hat das ArL Weser-Ems den Verzicht auf ein ROV für den Abschnitt von Conneforde bis Elsfleth/West mitgeteilt. Dadurch ergibt sich für das Projekt eine Aufteilung in zwei Maßnahmen bzw. Leitungsabschnitte, die einen unterschiedlichen Verfahrensstand aufweisen.

Abschnitt 1: Conneforde – Elsfleth/West

Der westliche Leitungsabschnitt vom Umspannwerk Conneforde bis zur Schaltanlage Elsfleth/West (mit dem Abzweig nach Huntorf) ist rund 32 Kilometer lang. Auf der gesamten Strecke wird die bestehende Leitung durch einen Neubau ersetzt.

Das ArL Weser-Ems konnte in diesem Abschnitt auf ein ROV verzichten, weil sich alle Projektbeteiligten bereits auf eine Vorzugstrasse einigen konnten.

Conneforde-Sottrum Karte Vorzugskorridor M90 Conneforde – Elsfleth/West

In diesem Abschnitt wird auch nach einem Standort für eine neue 380-kV-Schaltanlage gesucht. Die Suchräume befinden sich in den Gemeinden Ovelgönne, Rastede, Wiefelstede und Westerstede. Die Schaltanlage wird in einen Multiterminal-Hub integriert: Off- und Onshore-Leitungen, Gleich- und Wechselstrom, Erdkabel und Freileitungen kommen in dieser innovativen Anlage zusammen und werden verbunden. Mehr dazu finden Sie auf unserem digitalen Infomarkt 

Darüber hinaus wird auch die Schaltanlage Elsfleth/West erweitert, um die neue 380-kV-Leitung dort anschließen zu können.

Der Verzicht auf ein ROV hat den Projektabschnitt zeitlich mit großen Schritten vorangebracht: Bereits im Jahr 2023 soll das Planfeststellungsverfahren starten. Mit dem Baurecht in Form des Planfeststellungsbeschlusses rechnet das Projektteam im Jahr 2026. Noch im gleichen Jahr sollen dann die Bauarbeiten beginnen. Nach rund zwei Jahren Bauzeit kann der Abschnitt dann 2028 in Betrieb gehen.

  • Maßnahme M90 Conneforde – Elsfleth/West

  • 2021

    Projektstart: Beginn der Vorplanungen

  • 2024

    Einleitung Planfeststellungsverfahren

  • 2025

    Planfeststellungsbeschluss erhalten / Beginn der Bauarbeiten

  • 2028

    Geplante Inbetriebnahme des Leitungsabschnitts

Abschnitt 2: Elsfleth/West – Sottrum

Der östliche Leitungsabschnitt verläuft auf rund 68 Kilometer Länge von Elsfleth/West bis nach Sottrum. Der Abschnitt befindet sich in Vorbereitung auf das ROV.

Derzeit wird geprüft, die Leitung von Elsfleth kommend im Bereich Bremen-Farge über die Weser zu führen. Dabei würde auch das Kraftwerk Farge von dem Ersatzneubau angebunden. Im Anschluss verläuft die Leitung dann nördlich von Bremen weiter nach Osterholz über Lilienthal bis nach Sottrum.

Das Ziel ist die Anbindung eines neuen Umspannwerks im Blockland. Die neue Anlage wird das bestehende Werk in Bremen-Findorff ersetzen und die Stromverteilung näher an das Verbrauchszentrum Bremen rücken. Eine potenziell geeignete Fläche befindet sich an der Autobahn 27, nahe der Abfahrt Industriehäfen. Die Anbindung erfolgt von Norden entlang der Bundesstraße (B) 74 neu.

Auch in der Gemeinde Sottrum sucht TenneT nach einem Standort für ein neues Umspannwerk. Der Ausbau der Übertragungsnetze in der Region resultiert in einem Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten, den das bestehende Umspannwerk nicht mehr bedienen kann. Die Anlage kann am Standort nicht erweitert werden. Aber auch aus Gründen der Versorgungssicherheit ist es sinnvoll, diese kritische Infrastruktur räumlich zu entkoppeln. Derzeit werden vier verschiedene Potenzialstandorte geprüft. Mehr dazu finden Sie auf unserem digitalen Infomarkt.

Der Leitungsabschnitt Elsfleth/West – Sottrum befindet sich noch in der Vorplanung. Er muss zunächst durch das ROV: Hier wird voraussichtlich 2024 die Landesplanerische Feststellung ausgesprochen. Die Ergebnisse werden in die weitere Planung eingearbeitet und vertieft, sodass voraussichtlich 2026 das Planfeststellungsverfahren eingeleitet wird. Mit dem Planfeststellungsbeschluss und dem Baubeginn rechnet das Projekt im Jahr 2028. Die Inbetriebnahme des Abschnitts und damit der gesamten Leitung könnte dann im Jahr 2031 erfolgen.

  • Maßnahme M535 Elsfleth/West – Sottrum

  • 2021

    Projektstart: Beginn der Vorplanungen

  • 2023

    Beginn des Raumordnungsverfahren

  • 2024

    Landesplanerische Feststellung

  • 2026

    Beginn des Planfeststellungsverfahren

  • 2028

    Baubeginn

  • 2031

    Inbetriebnahme

Häufig gestellte Fragen

Für das Raumordnungsverfahren wird zunächst eine Raumwiderstandsanalyse erstellt. Dabei werden für die Trassenführung Planungseinschränkungen unter Besiedlungs- und Umweltaspekten identifiziert und klassifiziert. Nach Abschluss des Verfahrens verbleiben mögliche Trassenkorridore, die vertiefend untersucht werden. Aus dem Variantenvergleich wird sich eine Vorzugsvariante für das Plangenehmigungsverfahren ergeben.    

Als Ersatzneubau wird die Leitung als Freileitung geplant, die sich am Verlauf der bestehenden Trasse orientiert. Die Planung und der Bau der neuen Leitung als Freileitung ist zudem auch im Bundesbedarfsplangesetz festgelegt und somit gesetzlich vorgeschrieben. Die vorhandene 220-kV-Leitung wird nach Inbetriebnahme der neuen Leitung zurückgebaut.

Da die neue Leitung ein Ersatzneubau ist, hat TenneT das Ziel, sie grundsätzlich dem Verlauf  der vorhandenen 220-kV-Leitung von Conneforde über Rastede bis zur Weserquerung bei Elsfleth anzupassen. Von dort geht die Leitung weiter in Richtung Osten über Bremen bis nach Sottrum.

Die Masten der bestehenden Leitung stammen teilweise noch aus den 1960er- bzw. 1970er-Jahren. Sie sind für das das Gewicht der stärkeren 380-kV-Leitungen nicht ausgelegt.

Zudem müssten wir die bestehende Leitung abschalten, um die Leitungen zu tauschen. Die Strommengen können wir jedoch nicht umleiten, da die umliegenden Trassen sie nicht aufnehmen können. Die bestehende 220-kV-Leitung kann daher erst abgeschaltet werden, wenn der Ersatzneubau fertiggestellt wurde.

Für die Energiewende muss das Stromnetz deutlich erweitert und verstärkt werden. Das gilt auch für die dazugehörige Infrastruktur wie die Umspannwerke. Sie sind Netzknoten des Übertragungsnetzes und verbinden diese Stromautobahnen mit dem 110-kV-Verteilnetz, den Bundes- und Landstraßen der Energienetze. Diese wiederum leiten den Strom in die Regionen und speisen vor Ort produzierten Strom zur überregionalen Nutzung ein. Das bereits bestehende Umspannwerk in Sottrum kann zusätzliche Kapazitäten, ausgelöst durch den Netzausbau, nicht mehr aufnehmen. Einer Erweiterung am bestehenden Standort sind damit platztechnische Grenzen gesetzt. Aber auch aus sicherheitstechnischen Überlegungen und damit aus Gründen der Versorgungssicherheit ist es sinnvoll, diese kritische Infrastruktur räumlich zu entkoppeln. Das berücksichtigt die Festlegung im Netzentwicklungsplan und als gesetzliche Grundlage der Bundesbedarfsplan. So entwickelt die Region Sottrum ihre überregionale Bedeutung für die Energieverteilung weiter, mit dem vorhandenen Umspannwerk, angebunden an die 380-kV-Leitung Stade – Landesbergen, und dem neuen Umspannwerk mit dem Stromdrehkreuz der 380-kV-Leitungen Conneforde – Sottrum und der Elbe-Lippe-Leitung. Dieses Stromdrehkreuz transportiert Offshore-Windenergie aus dem Nord-Westen der Region Conneforde in den Nord-Süd-Kanal der Elbe-Lippe-Leitung und dient damit der Weiterleitung in die Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands.

TenneT hat den Auftrag erhalten, die bestehende Anlage am Abzweig Blockland näher an den Verbrauchsschwerpunkt Bremen zu verlagern. Das reduziert die Läge der unterlagerten Stromtrassen und erlaubt eine bessere Anbindung des Großraums Bremen an das Stromnetz.

TenneT hat für die Anlage einen geeigneten Standort an der Bundesautobahn 27, nahe der Abfahrt Industriehäfen ausgemacht. Das Gelände befindet sich neben der ehemaligen Justizvollzugsanstalt. An dieser Stelle könnte das neue Umspannwerk mit der Autobahn gebündelt werden. Naturräume und Wohngebiete blieben unbelastet. Bestehende unterlagerte Leitungen könnten teilweise zurückgebaut werden. Dadurch würde die Region zusätzlich entlastet.

TenneT prüft jedoch weiterhin verschiedene Standorte und Anbindungsmöglichkeiten ergebnisoffen.

In einem Suchraum in den Gemeinden Ovelgönne, Rastede, Wiefelstede und Westerstede sucht TenneT einen Standort für eine 380-kV-Schaltanlage. Diese wird als Multiterminal-Hub geplant: Offshore-Leitungen von den Windkraftanlagen in der Nordsee werden hier mit dem landseitigen Netz verbunden.

Das Projekt muss einen Standort finden, der den Ansprüchen von gleich mehreren Vorhaben Rechnung trägt: Im Rahmen der Raumwiderstandsanalyse hat TenneT verschiedene Suchräume in den Gemeinden Ovelgönne, Rastede, Wiefelstede und Westerstede betrachtet. Aufgrund der Realisierung des Projekts als Ersatzneubau lagen die Suchräume im Umfeld der Bestandsleitung. Dabei mussten neben der eigenen Wechselstrom-Leitung die Anbindungsmöglichkeiten von zwei Offshore-Leitungen sowie eines Gleichstrom-Projekts von Amprion berücksichtigt werden.

Es wird eine zusätzliche 380-kV-Leitung aus Conneforde in Elsfleth/West angeschlossen, um die im Norden produzierte Windenergie in den Süden zu transportieren. Um die zwei Stromkreise der Leitung anzuschließen, sind weitere Schaltfelder nötig.

Der Ersatzneubau der Leitung Conneforde – Sottrum soll die Weser an der bestehenden Stelle im Bereich Bremen-Farge queren. Bei dem Leitungsvorhaben handelt es sich um einen Ersatzneubau. Daher hat TenneT zum Ziel, die neue Leitung möglichst an der bestehenden Trasse zu orientieren. Zudem bleibt auch der Standort des Umspannwerks Bremen-Farge erhalten, an welches auch künftig das Kraftwerk Bremen-Farge angeschlossen bleibt. Die Leitung Conneforde – Sottrum schließt ebenfalls an das Umspannwerk an und verbindet das Kraftwerk mit dem Übertragungsnetz.

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Insa Balssen

Insa Balssen

Referentin für Bürgerbeteiligung