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TenneT transportiert den weit draußen auf dem Meer erzeugten Windstrom effizient und nahezu verlustfrei an Land. Hierfür setzt der Übertragungsnetzbetreiber auf See und auf dem Festland leistungsstarke Technik ein. Neben Konverterstationen spielen spezielle Übertragungskabel eine wesentliche Rolle. TenneT verlegt mit See-, Watt- und Landkabel drei verschiedene Kabelarten. Sie können große Mengen sauberer Energie über große Distanzen transportieren und verbinden die Offshore-Windparks zuverlässig mit dem Stromnetz an Land. Dabei macht es einen Unterschied, wie weit ein Windpark von der Küste entfernt ist. Denn je nach Entfernung wird der Windstrom per Drehstrom- oder Gleichstromtechnik angeschlossen. (LINK Anbindungskonzepte)

Drehstrom: Ideal für kurze Strecken

Bei küstennahen Windparks mit geringen Übertragungskapazitäten kommt in der Regel die Drehstrom-Technik zum Einsatz. Drehstrom ist ein dreiphasiger Wechselstrom für größere elektrische Leistungen. Der Vorteil dieser Technologie: Die Windenergie wird auf kurzen Strecken damit technisch wie wirtschaftlich am effizientesten transportiert. Der Strom gelangt direkt über ein See- und Landkabel zum nächstgelegenen Netzknotenpunkt. Hier wird er auf die korrekte Spannungsebene des Höchstspannungsnetzes transformiert (380 oder 220 kV) und von dort direkt ins Übertragungsnetz von TenneT eingespeist.

  • Offshore, Seekabel-Rolle

    Offshore, Seekabel-Rolle

  • Offshore

    Offshore

  • Offshore, Seekabel

    Offshore, Seekabel

  • Seekabel-Rolle

    Seekabel-Rolle

Gleichstrom: Perfekt für die lange Distanz

Bei weit von der Küste entfernten Offshore-Windparks setzt TenneT die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ein. Die bisher eingesetzten HGÜ-Kabelsysteme werden mit einer Spannung von 320 kV betrieben. Es besteht aus zwei Kabelsträngen, einem Plus- und einem Minus-Pol, die parallel und dicht beieinander verlegt werden. Im Vergleich zur Drehstromtechnik kann HGÜ deutlich größere Strommengen mit nur einem Kabelpaar über große Distanzen transportieren. Zudem sind die Übertragungsverluste geringer. So können mit einem Standard-Netzanschlusssystem bis zu 900 Megawatt, teilweise auch 980 Megawatt Leistung übertragen und mehrere Windparks angeschlossen werden. Mit dem neuen Standard, entwickelt im 2GW-Programm (LINK), werden künftig 525-Kilovolt-Kabel eingesetzt, die bis zu 2.000 Megawatt übertragen können. TenneT verfügt über mehr als dreitausend Kilometer HGÜ-Erdkabel in der Nordsee. Zudem hat das Unternehmen an Land bereits mehr als tausend Kilometer Erdkabel in Niedersachsen und Schleswig-Holstein unterirdisch verlegt.

  • Kabelrolle

    Kabelrolle

  • Kabelleger

    Kabelleger

  • Kabelleger

    Kabelleger

  • Kabelleger

    Kabelleger

  • Erdkabelbaustelle

    Erdkabelbaustelle

  • BorWin1, Muffencontainer

    BorWin1, Muffencontainer

  • Erdkabelbaustelle

    Erdkabelbaustelle

  • Offshore

    Offshore

  • Erdkabelbau

    Erdkabelbau

Einsatz von drei verschiedenen Kabelarten

TenneT verwendet für seine Netzanbindungsprojekte verschiedene Kabelarten: See-, Watt- und Landkabel. Diese werden jeweils in den unterschiedlichen Abschnitten der Offshore-Anbindung eingesetzt. Je nach Kabel beträgt der Durchmesser zwischen elf und 13 Zentimetern. Das entspricht in etwa dem Durchmesser einer handelsüblichen CD-ROM. See- und Wattkabel sind kunststoffummantelt und bestehen aus einem Kupferleiter sowie einer Isolation aus vernetztem Polyethylen. Hinzu kommt eine Armierung aus verzinktem Stacheldraht. Dadurch sind sie gegen mechanische Beschädigungen geschützt.

Die Verlegung auf hoher See erfolgt wenn möglich für das gesamte Kabel oder in sehr großen Abschnitten. Angewandt wird die Spültechnik, z.B. mit Spülschwertern, die in einem Arbeitsgang einen Graben in den Meeresboden einspülen und das Kabel in diesen hineingleiten lassen. Im sensiblen Wattbereich werden die Kabel umweltschonend mit einem Vibrationspflug verlegt.

Landkabel sind ähnlich aufgebaut, sind aber nicht den gleichen Umwelteinflüssen ausgesetzt wie ihre Pendants im Meer und Watt. Aus Gewichtsgründen sind Landkabel in der Regel mit einem Aluminiumleiter ausgestattet. So lassen sich die Kabel leichter transportieren und verlegen – an Land werden sie in Abschnitten von etwa 750 bis 1.000 Metern in offener Bauweise verlegt. Die einzelnen Stücke werden anschließend mit Muffen verbunden. Lediglich Autobahnen, Wasserstraßen, Schienen und ähnliches werden per Horizontalbohrung (LINK HDD) unterquert.

Die Lebensdauer der Kabel beträgt an Land etwa 40 Jahre, auf See sind es rund 30 Jahre.