Unsere Kernaufgaben

Unsere Kernaufgaben bestehen aus Übertragungsdienstleistungen, Systemdienstleistungen und der Förderung des europäischen Strommarktes. Sie ergeben sich aus unserem Auftrag als Netzbetreiber nach dem niederländischen 'Elektriciteitswet' (E-wet) and dem deutschen 'Energiewirtschaftsgesetz' (EnWG).

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Innovation

TenneT präsentiert Drehkreuz-Konzept für umfangreiches Windenergieprojekt in der Nordsee.

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Unser Netz

TenneT betreibt das Hochspannungsnetz in den Niederlanden und in großen Teilen von Deutschland. TenneT überträgt Strom mit einer Spannung von 110.000 Volt (110 kV) und höher. Mit um 23.500 Kilometern Hochspannungsleitungen, überqueren wir Grenzen und verbinden Länder.

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Dialogveranstaltungen

TenneT lädt vor Ort zum Dialog über unsere Netzausbau-Projekte ein.

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Strommarkt

Die Energiebranche wird durch eine rasante Entwicklung gekennzeichnet. Der Prozess der europäischen Marktintegration begann vor einigen Jahren. Ziel dieser Integration ist die Schaffung eines einheitlichen europäischen Marktes, der es den Marktparteien erlaubt, auf einfache und effiziente Weise über die Grenzen hinweg mit Gas und Strom zu handeln.

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Kennzahlen-App iOS

Die TenneT TSO GmbH veröffentlicht in dieser App gemäß den gesetzlichen Bestimmungen netzrelevante Daten in einer für das iPhone optimierten Darstellung. 

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E-Insights

Unsere Vision ist es, einer der transparentesten Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Europas zu sein und damit einen Wert für die Gesellschaft zu schaffen. In der Rubrik Energy Insights stellen wir Daten, Informationen und wertvolle Einblicke rund um das Thema Energie zur Verfügung.

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Hier finden Sie interessante Zahlen und Fakten rund um TenneT.

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Unternehmen

TenneT ist einer der führenden Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) für Strom in Europa mit Geschäftstätigkeiten in den Niederlanden und in Deutschland. Unsere Aufgabe ist es, die rund 42 Millionen Endverbraucher in unseren Märkten zuverlässig und rund um die Uhr mit Strom aus unserem Hoch- und Höchstspannungsnetz zu versorgen.

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Wir sind TenneT

Wir versorgen rund 42 Millionen Menschen zuverlässig und rund um die Uhr mit Strom.

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Häufig gestellte Fragen

1. Warum ist der Ersatzneubau Pirach – Pleinting überhaupt nötig? Wieso wurden die bestehenden Leitungen nicht modernisiert?

Hierfür gibt es mehrere Gründe:

  • Im Rahmen der Energiewende verändert sich die Stromerzeugungsstruktur in Deutschland. Während auf der einen Seite die Kernkraftwerke bis 2022 schrittweise vom Netz genommen werden, steigt auf der anderen Seite die Erzeugung von Strom durch erneuerbare Energiequellen. Hierdurch verändern sich die Erzeugungsschwerpunkte, da nun vor allem Energie aus dem Norden (Wind) in den Süden transportiert werden muss. Dort liegen Verbrauchsschwerpunkte, weshalb auch Pumpspeicherkraftwerke im Alpenraum verstärkt zum Einsatz kommen. Die stark schwankenden Verfügbarkeiten regenerativer Erzeugungseinheiten und die damit zusammenhängende Über- oder Unterproduktion an manchen Tagen erfordern vermehrt regulierende Eingriffe in das Stromnetz. Das Stromnetz ist für diese Aufgabe nicht konzipiert worden und stößt deshalb immer häufiger an seine Kapazitätsgrenzen, sodass Stromflüsse gezielt umgeleitet werden müssen. Diese Netzeingriffe bewirken häufig das Zuschalten konventioneller Kraftwerke oder die Abriegelung von Erneuerbaren Energien. Der Netzausbau ist daher notwendig, um durch verbesserte Transportkapazitäten Erneuerbare Energien in größerer Menge einbinden zu können. Ohne den Netzausbau kann beispielsweise überschüssige Solarenergie nicht transportiert werden und geht somit ohne Nutzung verloren.  
  • Ein weiterer wichtiger Grund ist der Auftrag, weiterhin eine gesicherte Stromversorgung der Region zwischen Passau, Altötting und Simbach a. Inn zu gewährleisten. Der Neubau der Leitungstrasse liefert der Region einen Mehrwert, da die ansässige bayerische chemische Industrie auf eine sichere Stromversorgung angewiesen ist. Ein Netzausbau in Niederbayern stellt somit einen erheblichen Wirtschaftsfaktor dar. Die damit einher-gehende Entlastung der Höchstspannungsebene führt zudem zu einer deutlichen Entspannung in den 110-kV-Verteilnetzen. Diese sind dadurch nicht mehr überlastet und besitzen Kapazitäten, um vor Ort mehr Energie aus regenerativer Erzeugung (Solar, Windkraft) in das Netz einzuspeisen.
  • Eine Ertüchtigung der bestehenden Leitung wurde geprüft. Diese Prüfung nach dem sogenannten NOVA-Prinzip (Netzoptimierung vor -verstärkung vor -ausbau) ist für jeden geplanten Ersatz- oder Neubau vorgesehen. Alle geeigneten Maßnahmen, wie z.B. das Freileitungsmonitoring, werden bereits genutzt. Dabei werden witterungsbedingte Übertragungsreserven genutzt, um zu jedem Zeitpunkt die maximal mögliche Menge an Strom zu übertragen. Dennoch sind die grenzüberschreitenden Leitungen bereits heute voll ausgelastet. Die Leitung, die z.T. aus den 1950er-Jahren stammt, muss daher unbedingt erneuert werden. Dies hat der Gesetzgeber im Bundesbedarfsplangesetz festgeschrieben. Die bestehende Leitung wird daher ersetzt, sodass in Zukunft die Spannung von 220 kV auf 380 kV erhöht werden kann. 
2. Welche rechtliche Grundlage hat das Projekt?

Das Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet alle Übertragungsnetzbetreiber ein sicheres, zuverlässiges und leistungsfähiges Energieversorgungsnetz zu betreiben. Der Ersatzneubau der Trasse mit den Abschnitten Pirach – Tann und St. Peter – Pleinting wurde als Bestandteil des Vorhabens Nr. 32 in das Bundesbedarfsplangesetz aufgenommen. Somit ist die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Trassenausbaus ist gesetzlich definiert und TenneT zum Netzausbau verpflichtet.

3. Was ist bislang passiert? Wie ist der aktuelle Stand?
  • 2018: Im Jahr 2018 ist TenneT als zuständiger Übertragungsnetzbetreiber in die ersten vorbereitenden Planungsschritte eingestiegen. Das Raumordnungsverfahren wurde für Ende 2019 angestrebt. Im Juli 2018 hat TenneT die Bürgerinnen und Bürger aus der Region Nieder- und Oberbayern darum gebeten, planungsrelevante Hinweise zu den ersten möglichen Trassenvorschlägen des Ersatzneubauprojekts Pirach – Pleinting zu geben. Diese wurden bis zum Herbst 2018 geprüft. Für die beiden Abschnitte Pirach – Tann und St. Peter – Pleinting wurde bereits eine erste Bestandsanalyse durchgeführt. Im Laufe des Jahres 2018 wurden erste mögliche Trassenverläufe unter Einbeziehung der betroffenen Kommunen und der Öffentlichkeit entwickelt. Es ist geplant, die Planung in zwei getrennten Raumordnungsverfahren durchzuführen. TenneT erarbeitete dazu ab 2019 die entsprechenden Unterlagen.
  • 2019: Im Juni 2019 veröffentlichte das Bundeswirtschaftsministerium eine Pressemitteilung mit einem „Vorschlag für die Lösung der Netzprobleme". Darin wird das Projekt Pirach – Pleinting für eine mögliche Teilerdverkabelung aufgeführt. Die bereits fortgeschrittene Erarbeitung der Unterlagen für das Raumordnungsverfahren wurde somit zunächst unterbrochen. Im Herbst 2019 begann TenneT mit der Erstellung der „Planungsprämissen Erdkabel“, um eine Grundlage für die weiteren Planungen zu schaffen. Diese wurden im Dezember 2019 im Staatsministerium in München abgestimmt und bieten der TenneT vorläufige Kriterien, die für die Prüfung eines Abschnitts für eine Teilerdverkabelung gelten. 
  • 2020: Seit Januar 2020 gibt es eine geeignete Methodik, um die bisherigen Trassenvarianten auf die Möglichkeit einer Teilerdverkabelung hin zu überprüfen. Für Ende 2020 wird eine gesetzliche Verankerung im Bundesbedarfsplangesetz erwartet, die eine Kennzeichnung des Projekts als Pilotprojekt für eine Teilerdverkabelung vorsieht. Die zuständigen Genehmigungsbehörden sind die Regierungen von Nieder- und Oberbayern. Die Regierung von Oberbayern wird jedoch die Verfahrensführung übernehmen, um einheitliche Genehmigungskriterien sicherzustellen.
4. In welcher Stufe des Genehmigungsverfahrens wird der endgültige Trassenverlauf festgelegt?
  • In einem Raumordnungsverfahren wird geprüft, ob die Planung in Anlehnung an die Bestandstrasse oder die alternativen Trassenkorridore am verträglichsten für Mensch und Umwelt sind. Dabei beschränken sich die Verfahrensunterlagen entsprechend dem Stand der Planung im Raumordnungsverfahren auf mögliche Trassenkorridore im Gesamtraum und auf die Angaben, die notwendig sind, um eine Bewertung der raumbedeutsamen Auswirkungen unter überörtlichen Gesichtspunkten für den Gesamtraum zu ermöglichen. Es handelt sich um einen gewissermaßen groben Maßstab.
  • Das Raumordnungsverfahren schließt mit einer landesplanerischen Beurteilung ab.  Die Behörden prüfen die eingereichten Vorschläge und bewerten, welche Verlaufsvarianten von der Vorhabenträgerin weiterverfolgt werden sollen. 
  • Erst im darauffolgenden Planfeststellungsverfahren wird ein konkreter Trassenverlauf festgelegt. Im Planfeststellungsverfahren werden außerdem die Standorte und die Anzahl von Freileitungsmasten beziehungsweise Erdkabelabschnitten durch die zuständigen Genehmigungsbehörden bestimmt. 
5. Welche Landkreise sind vom Trassenverlauf betroffen? Wie sehen die aktuellen Vorschläge zum geplanten Trassenverlauf aus?
  • Abschnitt 1: Landkreise Altötting und Rottal-Inn
  • Abschnitt 2: Landkreise Rottal-Inn und Passau, minimal auch Landkreis Deggendorf

Weitere Informationen zum genauen Verlauf der Trassenvarianten können Sie unserem Kartenmaterial entnehmen.

6. Was ist besser: Freileitung oder Erdkabel?
  • Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Üblich und bewährt sind bei Höchstspannungsnetzen die so genannten Freileitungen, die oberirdisch verlaufen und zu deren Aufhängung Strommasten verwendet werden. Eine – wenngleich im Höchstspannungsbereich bisher nur begrenzt erprobte und eingesetzte – Alternative sind die unterirdisch verlegten Erdkabel. Die Freileitung ist die Regeltechnologie, weil sie fast in allen Belangen Vorteile hat. Das Erdkabel kann eine Verbesserung in Hinblick auf den Wohnumfeldschutz darstellen. 
  • Im Gegensatz zum 110/150-kV-Netz gibt es international noch keine ausreichenden Erfahrungen mit Erdkabeln im Höchstspannungsnetz. In ganz Europa sind im Höchstspannungsnetz nur 1,2 Prozent der Leitungen verkabelt (Gleich- und Wechselstrom). Davon besteht der überwiegende Teil aus Seekabeln. Insgesamt machen Erdkabel nur 0,3 % der Gesamtleitungslänge an Land aus. Der Gesetzgeber hat zehn Pilotprojekte für 380-kV-Leitungen definiert, in denen Erdkabelabschnitte geplant werden können: fünf mit Gleichstrom-Erdkabeln und fünf, bei denen eine Teilerdverkabelung mit Wechselstrom geprüft wird. Acht davon baut TenneT. TenneT ist hiermit ein Vorreiter in Deutschland und Europa. 
  • Das Energiewirtschaftsgesetz schreibt eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Energieversorgung vor. Für Freileitungen spricht daher generell, dass sie über eine hohe Übertragungsleistung verfügen und vergleichsweise schnell und kostengünstig errichtet werden können. Der wirtschaftliche Gesichtspunkt ist hierbei erheblich und gerade in Zeiten ohnehin steigender Strompreise für die Kunden von allergrößter Bedeutung. Denn eine Erdverkabelung ist, je nach Übertragungskapazität und in Abhängigkeit von der Topographie sowie der Bodenbeschaffenheit, vier- bis sogar siebenmal teurer als ein Freileitungsbau. Diese zusätzlichen Kosten würden die Kunden durch ihre Stromrechnung bezahlen müssen. Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Lebensdauer der Bauformen. Freileitungen halten etwa 80 Jahre, während bei Erdkabeln erste Komponenten bereits nach 40 Jahren ausgetauscht werden müssen. 
  • Die unterirdische Trasse führt auch zu einem größeren Aufwand bei notwendigen Reparaturen. Denn dabei müssen erst Bagger die Kabel freilegen. Dies wirkt sich erheblich auf die Reparaturdauer und damit auf die Versorgungssicherheit aus.
7. Was ist schonender für die Umwelt? Eine Freileitung oder ein Erdkabel?

Der Vergleich der Umweltauswirkungen erdverlegter Leitungen und einer Freileitung zeigt, dass ein unterirdisches Vorhaben das Landschaftsbild zwar weniger beeinträchtigt, dafür aber andere Schutzgüter stärker belastet werden als durch eine Freileitung. Durch Erdkabel werden Vegetation, ggf. Grundwasser und Boden bei Errichtung und im späteren Betrieb stärker beeinträchtigt als durch eine Freileitung. Die Umweltauswirkungen betreffen vielmehr jeweils unterschiedliche Schutzgüter und hängen in ihrem jeweiligen Umfang wesentlich von der konkreten Naturraumausstattung vor Ort ab. Unter Umweltgesichtspunkten können daher weder Erdkabel noch Freileitung als grundsätzlich vorzugswürdig qualifiziert werden. Die Auswirkungen auf die Umwelt können grundsätzlich bei beiden Alternativen durch geeignete Maßnahmen gemindert bzw. kompensiert werden.

8. Gelten festgelegte Mindestabstände zu Wohngebäuden? Unter welchen Bedingungen kann eine Erdverkabelung geprüft werden?

Es gibt in Bayern keine gesetzlich verbindlich festgelegten Mindestabstände von Höchstspannungsleitungen zu Wohngebäuden. Der Schutz vor möglichen Beeinträchtigungen durch die elektrischen und magnetischen Felder von Höchstspannungsleitungen wird in Deutschland durch die Bestimmungen der 26. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (26. BImSchV) geregelt. 

Die darin vorgeschriebenen Grenzwerte berücksichtigen den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung. Die Grenzwerte sind beim Betrieb einer Leitung auch bei Wohngebäuden in unmittelbarer Nähe zur Leitung einzuhalten. Dies ist vom Leitungsbetreiber sicherzustellen. 

Ergänzend hat der Bayerische Ministerrat Anfang 2018 neue Abstandsregelungen für Freileitungen im Landesentwicklungsprogramm (LEP) beschlossen. Zum Schutz des Wohnumfeldes soll innerhalb von Ortschaften ein Mindestabstand von 400 Metern von Höchstspannungsleitungen zu Wohngebäuden oder Schulen gelten. Außerhalb von Ortschaften soll ein Mindestabstand von 200 Metern gelten. Diese Abstandsregelungen sind als Grundsätze im LEP verankert, d.h. sie sind nicht zwingend einzuhalten, sondern in Abwägung mit anderen Schutzgütern zu beachten. Zahlreiche Maßgaben der landesplanerischen Beurteilung beziehen sich auf den Wohnumfeldschutz und verändern den Leitungsverlauf dahingehend. 

TenneT sucht aber stets nach Möglichkeiten, die Abstände der Freileitungen zu den Wohngrundstücken zu maximieren. Überspannungen von Wohngebäuden sind durch die novellierte 26. BImSchV in Zukunft bei Neubauprojekten ohnehin ausgeschlossen. Im Gegensatz zu Freileitungen bestehen für Erdkabel keine Abstandsvorschriften. Theoretisch können diese daher unmittelbar außerhalb eines bebaubaren Gebiets errichtet werden.

Grundlegend hat bei Wechselstrom-Erdkabelpilotprojekten die Freileitung Vorrang vor einer Erdverkabelung. Ein wichtiges Kriterium für den Einsatz von Teilerdverkabelungen ist die oben genannte Beeinflussung der Qualität des Wohnumfeldes. Dieses wird u.a. durch den Abstand zur Leitung, vorhandener Sichtbeziehungen und relevanter Vorbelastungen durch Freileitungen bestimmt. Im Wechselspiel dieser Faktoren ist zu prüfen, ob durch eine Freileitung das Wohnumfeld maßgeblich verschlechtert wird. Dazu müssen bestimmte Auslösekriterien erfüllt sein: 

  • Unterschreitung von Siedlungsabständen (400m zu Wohngebäuden im Innenbereich; 200m zu Wohngebäuden im Außenbereich), gem. Kap. 6.1.2. LEP Bayern und §4 BBPIG
  • Artenschutzrechtliche Ausnahmetatbestände gem. § 44 BNatSchG
  • Gebietsschutzrechtliche Ausnahmetatbestände gem. § 34 BNatSchG
  • Querung einer Bundeswasserstraße mit mindestens 300 m Breite

Für das Projekt Pirach – Pleinting sind vor allem die Unterschreitung der 200/400 m relevant. Ende 2019 wurden Planungsprämissen erarbeitet und mit dem Staatsministerium abgesprochen. Seit Anfang 2020 liegt ein Prüfschema vor, das die Prüfung der Korridore auf die Notwendigkeit einer Teilerdverkabelung ermöglicht.

9. Welche Dimensionen hat so eine Erdverkabelung?
  • Im Regelfall wird das Erdkabel in sogenannter offener Bauweise mit einem Kabelgraben entsprechend der folgenden Bedingungen ausgeführt:
  • Trassenbreite ca. 20-30 m bei 12 Kabeln, die in einem Abstand von 0,6 m zueinander verlegt werden, Tiefe des Kabelgrabens: ca. 1,8 m, Verlegetiefe: ca. 1,6 m unter Geländeoberkante. 
  • In der Bauphase kommt ein etwa 15 m breiter Arbeitsstreifen für Baustraße, Arbeitsflächen und Zwischenlagerung des Bodenaushubs zu beiden Seiten der Trasse hinzu, so dass sich eine Arbeitsstreifenbreite von 40-50 m ergibt. Im Falle ungünstiger Baugrundbedingungen kann es nötig werden, von den Regelangaben abzuweichen. Gegebenenfalls sind dann breitere Kabelgräben und/oder Arbeitsbereiche nötig. Die Kabeltrasse muss von Bebauung und tiefwurzelnden Pflanzen mit einer Wurzeltiefe von mehr als einem Meter freigehalten werden. 
  • Bei Querungen von Waldgebieten sowie Baumreihen und Feldhecken ist deshalb eine Schneise erforderlich.
10. Was sind elektrische und magnetische Felder und werden die Grenzwerte bei den Freileitungen dafür eingehalten?
  • Überall wo Strom fließt, gibt es elektrische und magnetische Felder. Das gilt für jedes Haushaltsgerät. Und das gilt selbstverständlich auch für Höchstspannungsleitungen. Elektrische und magnetische Felder begleiten uns ständig in unserem Alltag. 
  • Ein elektrisches Feld entsteht, sobald ein Körper elektrisch geladen ist. Zum Beispiel, wenn eine Lampe ans Stromnetz angeschlossen ist, auch wenn sie nicht eingeschaltet ist. Ein magnetisches Feld entsteht dagegen erst, wenn elektrischer Strom fließt – sobald also z.B. die Lampe eingeschaltet wird.
  • Das elektrische Feld einer Höchstspannungsleitung – wir beziehen uns hier auf eine Freileitung – resultiert aus der Betriebsspannung der Leitung. Die Stärke eines elektrischen Feldes wird gemessen in Kilovolt pro Meter (kV/m). Die Feldstärke nimmt mit dem Abstand vom Leiterseil deutlich ab. Bäume, Vegetation und Gebäude reduzieren das Feld noch weiter. Demgemäß sind in unserem Wohnumfeld z.B. die elektrischen Felder der Haushaltsgeräte, die wir in unserer direkten Nähe verwenden, wesentlich stärker als die von Hochspannungsleitungen in der weiteren Umgebung.
  • Das magnetische Feld resultiert aus dem fließenden Strom in der Leitung. Die Feldlinien verlaufen in konzentrischen Kreisen um die Leiterseile. Auch hier wird die Stärke des Feldes mit zunehmendem Abstand vom führenden Leiterseil deutlich geringer. Die Stärke des magnetischen Feldes – auch als magnetische Flussdichte bezeichnet – wird gemessen in Mikrotesla (µT). Je größer die Stromstärke ist, desto höher ist auch die magnetische Feldstärke. Im Gegensatz zum elektrischen Feld durchdringen Magnetfelder fast ungehindert die meisten Materialien.
  • In Deutschland sind die Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder seit Dezember 1996 in der 26. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (26. BImSchV) verbindlich festgesetzt. Auch nach der Novellierung der Verordnung 2013 wurden die Grenzwerte wiederholt bestätigt. Die Grenzwerte dienen dem Schutz und der Vorsorge vor schädlichen Umwelteinwirkungen und begrenzen elektromagnetische Einwirkungen in Bereichen für den dauernden Aufenthalt der allgemeinen Bevölkerung auf: eine elektrische Feldstärke von 5 Kilovolt pro Meter (kV/m) und eine magnetische Flussdichte von 100 Mikrotesla (µT). Der Messpunkt für diese Grenzwerte liegt direkt unter der Leitung einen Meter über dem Boden.
11. Wie und wo können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Planung zur Trasse Pirach – Pleinting informieren und welche Beteiligungsmöglichkeiten stehen ihnen zur Verfügung?

TenneT steht für Transparenz, Offenheit sowie Verlässlichkeit und informiert interessierte Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und regelmäßig. Zur grundlegenden Information stehen u.a. folgende Medien und Wege zur Verfügung:

  • Informationsmaterialien wie Webseite und Projektbroschüren
  • Dialog mit der Bürgerreferentin als Ansprechpartnerin des Projekts
  • Öffentliche Informationsmärkte vor Ort
  • Online unter www.tennet.eu und www.netzausbau.de

Anmerkung: Angesichts der Corona-Pandemie waren und sind derzeit keine Termine vor Ort wie z.B. Informationsmärkte möglich. TenneT nimmt die Schutzmaßnahmen zum Wohle aller Bürger und Gemeindevertreter sowie der eigenen Mitarbeiter sehr ernst. Wir bieten eine Vielzahl an alternativen Informationsmöglichkeiten und stehen Ihnen jederzeit telefonisch und per Mail zur Verfügung. Sobald es die Situation wieder zulässt, stellen wir Ihnen die aktuellen Informationen zum Projekt Pirach – Pleinting gerne wieder persönlich vor Ort vor.

Ein großes Anliegen der TenneT ist es, die Öffentlichkeit frühzeitig und offen in alle Planungen mit einzubeziehen. Das Leitungsprojekt soll transparent und im sachlichen Dialog mit allen Beteiligten realisiert werden. Während des Genehmigungsverfahrens haben Bürgerinnen und Bürger direkte und indirekte Beteiligungsmöglichkeiten – diese richten sich nach dem jeweiligen Planungsstand des Projekts.

Indirekte Wege:

Mit Eröffnung des Raumordnungsverfahrens liegen die Planunterlagen in den beteiligten Kommunen aus. In diesem Zeitraum können interessierte Bürgerinnen und Bürger die Unterlagen einsehen und Einwände an ihre Kommune richten. Diese Kommune kann selbst ebenfalls ihre Einwände formulieren und diese – gemeinsam mit eingegangenen Einwänden ihrer Bürger – an die zuständige Behörde weiterleiten.

Direkte Wege:

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens besteht für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Einwände direkt bei der zuständigen Genehmigungsbehörde einzureichen.

Katharina Heep

Bürgerreferentin