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Technik

Hier erhalten Sie einen Überblick über die eingesetzte Technik im Projekt SuedOstLink


Region
Bayern
Projektart
Projektunterseite
Kategorie
onshore
Status
planning
Projekttags
  • SuedOstLink
  • 525-kV
Content image Content image 2 Content image Erste Kabeltrommeln in Regensburg eingetroffen: Nächster Meilenstein für SuedOstLink erreicht

Erdkabelaufbau

SuedOstLink HGÜ Kabel

Bei SuedOstLink kommt Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) zum Einsatz. Im Gegensatz zu vergleichbaren Wechselstromverbindungen sind die Übertragungsverluste bei Gleichstromleitungen geringer. Zudem bietet die HGÜ-Technologie die Möglichkeit, Lastflüsse im Netz besser zu steuern. Am Endpunkt der Leitung sorgen Konverter für die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom, der dann in das bestehende Wechselstromnetz eingespeist wird.

Gleichstrom-Leitungen bestehen immer aus zwei Kabeln: Ein Kabel bildet den Plus-Pol und eines den Minus-Pol. Wir planen für SuedOstLink zwei parallel verlaufende Kabelgräben. In jeden Graben wird ein Kabelpaar verlegt. 


Die HGÜ-Technologie auf einen Blick

  • Geringe Übertragungsverluste bei Stromtransport über weite Strecken
  • Hohe Übertragungskapazität 
  • Flexibilität und Systemstabilität des Stromnetzes werden erhöht
  • Lastflüsse im Netz können besser gesteuert werden
  • Schwankende Stromproduktion aus erneuerbaren Energien kann besser in das Stromnetz integriert werden

Kabellieferung

Weit vor Beginn der Bauphase für SuedOstLink hat die Prysmian Group in der französischen Gemeinde Gron nahe Paris 2021 mit der Produktion der Erdkabel für SuedOstLink begonnen. Insgesamt 300 Trommeln mit aufgerollten Erdkabeln werden per Schiff zu einem Lagerplatz im Regensburger Hafen gebracht.

https://tennet-drupal.s3.eu-central-1.amazonaws.com/default/2022-09/Cover%20Image%20SuedOstLink%20cable%20Prysmian%20Group.JPG

Bauphasen

Die Grafik ist eine schematische Darstellung, die den Bauablauf exemplarisch anhand eines einzelnen Kabelgrabens zeigt. Der SuedOstLink wird weiterhin mit zwei Kabelgräben geplant.

  • SuedOstLink-EK-Bauphasen-Platte (1)

    1. Bauvorbereitung / Vermessen und Abstecken, Kampfmittelräumdienst, Archäologische Voruntersuchungen

  • SuedOstLink-EK-Bauphasen-Platte (2)

    2. Grabenaushub und Lagerung / Einrichten temporärer Baustraße, Abtragen des Mutterbodens und Aushub des Kabelgrabens, Getrennte Lagerung der Bodenmieten

  • SuedOstLink-EK-Bauphasen-Platte (3)

    3. Schutzrohre und Verfüllung / Verlegen der Schutzrohre, Anlieferung Kabel, Offene Muffengrube

  • SuedOstLink-EK-Bauphasen-Platte (4)

    4. Kabeleinzug und Verbindung / Einzug der Kabel in die Schutzrohre, Abdeckplatten und Warnband, Rückverfüllen des Grabens bis auf Muffengrube

  • SuedOstLink-EK-Bauphasen-Platte (5)

    5. Verbindung der Kabelabschnitte / Einrichtung Temporäre Muffenmontagecontainer, Montage der Kabelmuffen als Verbindungsstück, Wiederherstellung der Oberfläche (Neueinsaat)

  • SuedOstLink-EK-Bauphasen-Platte (6)

    6. Rückverfüllung und Abbau / Abbau Muffenmontagecontainer, Rückverfüllung der Muffengrube, Abbau der Baustraße und Baueinrichtung

  • SuedOstLink EK Bauphasen Platte (7)

    7. Rekultivierung / Wiederherstellung des Bodens, Ggf. Düngung und Neueinsaat, Land- und Viehwirtschaft möglich

Besondere Bauverfahren

Bohrverfahren

Wo SuedOstLink Straßen, Gleise oder Flüsse kreuzt, ist die offene Verlegung nicht möglich. Hier kommen besondere Bau- und Verlegeverfahren zum Einsatz, wie zum Beispiel Spühlrohrverfahren (HDD), Pressbohrverfahren oder Mikrotunnelbauverfahren. Für diese Verlegeverfahren werden je nur eine Start- und Zielgrube als Anfangs- und Endpunkt sowie Flächen für die Baustelleneinrichtung benötigt. Ein Kabelgraben wird nicht ausgehoben. Bei der Auswahl der Verlege-Technik achten wir auf die jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen des Untergrunds vor Ort. 

SuedLink Illustration HDD-Verfahren
Pflugverfahren

Im Mai 2021 haben wir das Pflugverfahren für SuedOstLink in einem Feldversuch getestet. Diese Art der Verlegung kommt ohne den offenen Graben aus, benötigt aber spezielle Maschinen: Ein fahrbarer Verlegepflug wird dabei von starken Fahrzeugen mit Seilwinden über das Gelände gezogen. Gleichzeitig drückt ein Verlegeschwert am Pflug das Erdreich in Fahrtrichtung auseinander, während ein Verlege-Element unterirdisch die Erde verdrängt. Die Schutzrohre gleiten auf die Sohle des Schlitzes und werden sofort wieder mit Erde überdeckt.

Dieses Verfahren für die Verlegung von Leitungen ist weltweit verbreitet und könnte auch für die Menschen vor Ort viele Vorteile haben. Allerdings gibt es bei SuedOstLink einige besondere Herausforderungen, die einen Einsatz erheblich erschweren könnten. Deshalb werten wir unsere Daten und Messungen des Pflugversuchs gründlich aus und stellen die Ergebnisse voraussichtlich im Herbst vor. Mehr Infos finden Sie im Factsheet im Download-Bereich.

 

Regelgrabenprofil

SuedOstLink Regelgrabenprofil

Die Kabel für SuedOstLink werden in der Regel in offener Bauweise verlegt. Dazu hebt ein Bagger einen Graben aus, in den zwei Schutzrohre gelegt werden. Nachdem der Bagger den Graben wieder mit Erdreich aufgefüllt hat, zieht eine Seilwinde die Stromkabel Stück für Stück in die Schutzrohre ein. Die Kabel werden in einer Tiefe von 1,3 bis 1,5 Metern verlegt. Nach der Bauphase kann der Schutzstreifen, der Bereich direkt über den Kabeln, erneut landwirtschaftlich genutzt oder begrünt werden. Der Schutzstreifen muss lediglich von Bebauung und tiefwurzelnden Gehölzen freigehalten werden.

Schutz des Bodens

Der Boden ist vielfältiger Lebensraum für unzählige Tiere und Mikroorganismen. Speziell der Oberboden bildet die Grundlage für Ackerbau und Viehzucht und damit ein unverzichtbares Gut für unsere Nahrungsmittelproduktion. 

Daher ist uns der Schutz des Bodens beim Bau von SuedOstLink ein besonderes Anliegen. Unser Ziel ist es, die Bodenfunktionen nachhaltig zu sichern und nach dem Bau von SuedOstLink wiederherzustellen. Ein möglichst schonender Umgang mit dem Boden hat bei den Planungen und beim Bau des Erdkabels hohe Priorität. Für unsere Partnerfirmen, die den Bau ausführen, gelten strenge Vorschriften. Unsere naturschutzfachliche, bodenkundliche und archäologische Baubegleitung stellt sicher, dass diese Vorgaben eingehalten und die Auswirkungen der Bodenarbeiten minimiert werden.

Konverter

Schematischer Aufbau einer Konverter-Anlage

SuedostLink Grafik Konverter

Das Stromnetz in Deutschland wird standardmäßig mit Wechselstrom betrieben. Auch elektrische Geräte im Haushalt, in der Industrie und im öffentlichen Straßenverkehr benötigen überwiegend Wechselstrom. Um Gleichstromleitungen wie SuedOstLink an das bestehende Wechselstromnetz anzubinden, sind am Anfangs- und am Endpunkt der Leitung Konverter notwendig. Dort wird der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt und umgekehrt. Ohne den Konverter können Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen nicht in das Verbundnetz integriert werden.

Im Bundesbedarfsplangesetz vom 31. Dezember 2015 wurden die beiden Netzverknüpfungspunkte (NVP) in Wolmirstedt bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt und am Kernkraftwerk in ISAR bei Landshut in Bayern festgelegt (Vorhaben 5 im Bundesbedarfsplangesetz).

Mit der Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes Anfang des Jahres 2021 wurde der Bedarf für eine zweite Gleichstrom-Leitung zwischen dem NVP Klein Rogahn in Mecklenburg-Vorpommern über den Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt bis zum NVP ISAR bei Landshut festgestellt (Vorhaben 5a im Bundesbedarfsplangesetz).

Im Zuge unserer Planungen des Leitungsverlaufs für SuedOstLink ermitteln wir den geeignetsten Standort für die beiden Konverter.

Vom NVP ISAR wird der Strom über das regionale Stromnetz in Bayern weiterverteilt. Aufgrund der räumlichen Nähe zu Ballungsräumen und Industriezentren wie Regensburg, Ingolstadt oder München kommt dem Netzverknüpfungspunkt eine wichtige Rolle in der Sicherung der Energieversorgung zu.

Seit Juni 2021 steht der Hersteller des Konverters für Vorhaben 5 fest. Die beiden verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und TenneT haben den Auftrag zum Bau der beiden Konverteranlagen für Vorhaben 5, die jeweils an den Enden die Gleichstromverbindung mit dem existierenden Drehstromnetz verbinden, gemeinsam an Siemens vergeben. Dem ging ein gemeinsames Ausschreibungsverfahren voraus.

Die Konverteranlage für Vorhaben 5 beansprucht eine Fläche von ca. 4,5 Hektar. Die gesamte Bauphase samt Inbetriebnahme wird voraussichtlich dreieinhalb Jahre dauern. Für das Vorhaben 5a werden je ein Konverter in Klein Rogahn westlich von Schwerin sowie ein weiterer Konverter im Raum Isar erforderlich. Hierfür wird es eine weitere Ausschreibung und Vergabe geben. Da die Größe der Konverter herstellerabhängig ist und der Hersteller für den Vorhaben 5a Konverter noch nicht feststeht, sind Aussagen zur Größe dieses Konverters noch nicht möglich. Die maximale Größe ist jedoch auf 6 Hektar festgelegt.