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Fulda-Main-Leitung

Die Fulda-Main-Leitung soll ab 2031 als 380-kV-Wechselstromleitung die Umspannwerke Mecklar und Dipperz in Hessen mit dem bayrischen Umspannwerk Bergrheinfeld/West verbinden.


Region
Bayern, Hessen
Projektart
Neubau
Kategorie
onshore
Status
preparation
Projekttags
  • Fulda-Main-Leitung
Fulda-Main-Leitung Header

Über das Projekt

Fulda-Main-Leitung Korridornetz

Die Fulda–Main-Leitung soll ab 2031 als 380-kV-Wechselstromleitung die Umspannwerke Mecklar und Dipperz in Hessen mit dem Umspannwerk Bergrheinfeld/West in Bayern verbinden. Die geplante Höchstspannungsleitung ist insgesamt ca. 131km lang und wird in zwei Abschnitte unterteilt:

  • Abschnitt A (Maßnahme 74a) verbindet die Umspannwerke Mecklar und Dipperz. Die Umsetzung erfolgt als Netzverstärkung zu der bestehenden 380-kV-Bestandsleitung.
  • Abschnitt B (Maßnahme 74b) führt vom Umspannwerk Dipperz zum Umspannwerk Bergrheinfeld/West. Die Verbindung wird als Neubau geplant (Netzausbau).

Die Leitung wird vom Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH als Freileitung geplant. Unter der Voraussetzung, dass bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllt sind, können Abschnitte der Leitung als Teilerdverkabelung ausgeführt werden.

Die Fulda-Main-Leitung trägt zum Gelingen der Energiewende bei

Der für das Jahr 2030 beschlossene Kohleausstieg verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen, um sich möglichst schnell unabhängig von fossilen Importen zu machen. Zugleich ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien der wirksamste Hebel, um die Energiepreise langfristig wieder in den Griff zu bekommen. Deshalb muss die Energiewende mit Hochdruck vorangetrieben werden – in Deutschland, in den Niederlanden, in Europa. Dazu müssen der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Netzausbau höchste Priorität haben. Wesentliche Zukunftsprojekte wie die Mobilitätswende und der Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft sind nur möglich, wenn regenerativer Strom kontinuierlich zur Verfügung steht.

Die Energiewende stellt unser gegenwärtiges Stromnetz jedoch vor Herausforderungen. Bislang wurde der Strom vor allem dort produziert, wo er auch verbraucht wurde. Kohle-, Gaskraftwerke und Kernkraftwerke wurden in der Nähe der Ballungs- und Wirtschaftsräume errichtet. Erneuerbare Energien werden hingegen dort produziert, wo sie natur- und wetterbedingt am meisten Strom erzeugen können. Die produzierbare Menge an Energie unterliegt dabei regionalen und saisonalen Schwankungen, die sich stark auf die Einspeisung in das Stromnetz auswirken.

Um den erneuerbaren Strom bedarfsgerecht zu den Verbraucher:innen zu transportieren und flexibel auf Schwankungen reagieren zu können, braucht es ein starkes und stabiles Stromnetz. Eine schwankende regionale, dezentrale Erzeugung erfordert einen überregionalen Ausgleich. An sonnen- oder windreichen Tagen kann unser Netz bereits heute die Erneuerbaren Energien nicht mehr vollständig abtransportieren. Als Folge überlasteter Stromleitungen müssen regionale Energiegewinnungsanlagen wie beispielsweise Windparks, Photovoltaikanlagen oder anderen Erzeugungsanlagen zeitweise aus dem Betrieb genommen werden. Für eine zuverlässige Stromversorgung braucht es daher eine Kombination aus Netzausbau, Netzverstärkung, smarten Stromnetzen und neuen dezentralen Energieerzeugern sowie Energiekonzepten.

Hessen und Bayern sind zwei der wirtschaftsstärksten Bundesländer. Das bestehende Stromnetz ist durch den hohen Bedarf entsprechend stark belastet. Der alleinige regionale Zubau Erneuerbarer Energien in diesen Regionen kann den steigenden Importbedarf, vor allem in den Wintermonaten, nicht ausreichend abdecken.

Der Netzausbau schließt somit die Lücke zwischen dem wachsenden Bedarf der Wirtschaft nach grünem, kostengünstigem Strom und den Grenzen der lokal und regional erzeugbaren Energiemengen. Hierfür sind neue Höchstspannungsleitungen ebenso notwendig wie der Ausbau der Verteilnetze oder von regionalen Umspannwerken. Die Netzausbauprojekte tragen direkt zum wirtschaftlichen Erfolg der Region bei.

Neue Höchstspannungs-Wechselstromleitungen wie die Fulda-Main-Leitung machen das Stromnetz fit für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Sie erhöhen die Übertragungskapazitäten und ermöglichen damit sowohl den deutschlandweiten Stromtransport als auch den Abtransport regional erzeugter Erneuerbarer Energien in das überregionale Übertragungsnetz. In Mecklar werden zukünftig drei Leitungen aus dem Norden und Osten Deutschlands ankommen. Der Weitertransport in den Süden soll hier durch die Fulda-Main-Leitung sichergestellt werden. Daher wird die Fulda-Main-Leitung die Bestandsleitung nach Dipperz verstärken und die Versorgungslücke im Dreieck Dipperz, Großkrotzenburg und Bergrheinfeld/West schließen. 

Aktueller Stand

2021 hat TenneT den Antrag auf Bundesfachplanung gestellt. Damit startete die Genehmigungsphase für das Projekt. Während der aktuell laufenden Bundesfachplanung suchen die Bundesnetzagentur sowie TenneT gemeinsam mit Bürger:innen, Verbänden, Behörden und Politiker:innen aus mehreren Varianten einen möglichen Korridor für diese Leitung. Am Ende dieser Korridorsuche steht ein finaler 1.000 Meter breiter Korridor fest. Dieser wird von der Bundesnetzagentur nach Prüfung aller Ergebnisse und Anhörung aller Einwände festgelegt. Innerhalb des 1.000 m breiten Korridors wird im folgenden Planfeststellungsverfahren der genaue Leitungsverlauf geplant. Weitere Informationen zum Genehmigungsverfahren und den Beteiligungsmöglichkeiten erhalten Sie hier: Genehmigungsverfahren

  • Projektstatus

  • August 2022

    Bundesnetzagentur legt Untersuchungsrahmen für Abschnitt B fest

    Auf Grundlage der Ergebnisse des schriftlichen Verfahrens nach § 7 NABEG hat die Bundesnetzagentur am 12. August 2022 den Untersuchungsrahmen für die Bundesfachplanung im Abschnitt A festgelegt. Damit steht nun fest, welche Unterlagen für die weitere Planung der vorgeschlagenen Trassenverläufe erstellt werden müssen. Zudem hat die BNetzA weitere Korridorverläufe im östlichen Untersuchungsraum in das Verfahren aufgenommen, die nun gleichrangig untersucht werden.

  • Dezember 2021

    Schriftliches Verfahren der Bundesnetzagentur für Abschnitt B

    Nach Vollständigkeitsprüfung der Antragsunterlagen erfolgte als nächster Schritt eine Antragskonferenz gemäß § 7 NABEG durch die Bundesnetzagentur. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese als schriftliches Verfahren nach § 5 Planungssicherstellungsgesetz durchgeführt. Die betroffenen Träger öffentlicher Belange, Vereinigungen und interessierte Öffentlichkeit konnten bis zum 30.12.2021 zum Antrag Stellung nehmen.
     

  • Oktober 2021

    Bundesnetzagentur legt Untersuchungsrahmen für Abschnitt A fest

    Auf Grundlage der Ergebnisse des schriftlichen Verfahrens nach § 7 NABEG hat die Bundesnetzagentur am 26. Oktober 2021 den Untersuchungsrahmen für die Bundesfachplanung im Abschnitt A festgelegt. Damit steht nun fest, welche Unterlagen für die weitere Planung der vorgeschlagenen Trassenverläufe erstellt werden müssen.

  • Oktober 2021

    Antrag auf Bundesfachplanung für Abschnitt B für vollständig erklärt

    Am 18. Oktober 2021 hat TenneT einen Antrag auf Bundesfachplanung gemäß § 6 NABEG für Abschnitt B eingereicht, der nun von der Bundesnetzagentur für vollständig erklärt wurde. Dieser enthält einen ersten Vorschlagskorridor sowie weitere in Frage kommende Alternativen über die Strecke von Dipperz nach Bergrheinfeld/West.

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Kontakt

Thomas Wagner

Thomas Wagner

Referent für Bürgerbeteiligung