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Elbe-Lippe-Leitung Nord

Dollern bis Ovenstädt


Region
Niedersachsen
Projektart
Netzverstärkung
Kategorie
onshore
Status
planning
Projekttags
  • Elbe-Lippe-Leitung Nord
  • 380-kV
Elbe Lippe Leitung Süd Header

Über das Projekt

Damit die immer weiter steigenden Mengen an grün produziertem Strom auch in Zukunft bei den Verbrauchern ankommen, müssen viele bestehende Leitungen erneuert werden – darunter auch unsere Leitung zwischen den Umspannwerken Ovenstädt und Bechterdissen.

Elbe-Lippe-Leitung Nord Projektkarte

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark angewachsen und wird dies weiter tun. Die Windkraft bietet dabei die größten CO2-freien Erzeugungskapazitäten in Deutschland – onshore wie offshore. Sie wächst stetig – und das in erster Linie in den windreichen Regionen im Norden Deutschlands. So soll die Offshore-Windenergie bis 2030 auf 30 Gigawatt, bis 2040 sogar auf 40 Gigawatt ausgebaut werden.

Die großen Verbrauchszentren liegen jedoch überwiegend in West- und Süddeutschland. Diese Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, müssen aufgrund des Ausstiegs aus der Kernenergie und Kohleverstromung zunehmend erneuerbaren Strom importieren, um zu jeder Tages- und Jahreszeit eine sichere Versorgung gewährleisten zu können. Für den Transport der grünen Energie über lange Strecken bedarf es regelbarer, kapazitätsstarker Gleichstromverbindungen wie den B-Korridor, die den Strom verlustarm in den Westen und Süden transportieren.

Gleichzeitig müssen insbesondere in Norddeutschland Erzeuger erneuerbarer Energien wie beispielsweise Windparks schon heute zeitweise aus dem Betrieb genommen werden, weil überlastete Wechselstromleitungen den Strom nicht mehr aufnehmen können. Damit auf dem Weg ins Zeitalter der Energiewende Netzstabilität und Versorgungssicherheit gewährleistet bleiben, sind die Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze dringend erforderlich. Die geplante Elbe-Lippe-Leitung Nord wird das Netz zwischen Dollern und Ovenstädt verstärken.

Das Projekt wird als Freileitung realisiert.

 

Verlauf

  • Dollern – Ovenstädt
  • Länge: ca. 158 km

Rahmeninfos

  • Zuständigkeit: Niedersachsen
  • Projektbezeichnung: P116
  • Meilensteine

  • 2025/2026

    Einreichung Planfeststellungsunterlagen

  • 2027/2030

    Planfeststellungsbeschluss

  • 2028/2030

    Baubeginn

  • 2031/2033

    Inbetriebnahme

Umspannwerk Sottrum

Im Zuge des Projekts entsteht ein neues Umspannwerk bei Sottrum

Ein Umspannwerk dient dazu, Stromnetze verschiedener Spannungsebenen miteinander zu verbinden.

In den Umspannwerken (UW) treffen die Leitungen verschiedener Spannungsebenen aufeinander und werden miteinander verbunden. Über die Höchstspannungsleitungen (220-kV und 380-kV) wird die Energie aus den Kraftwerken zu den Umspannwerken transportiert und dort auf die nächstniedrigere Spannungsebene (110-kV) transformiert. Über das Hochspannungsnetz (110-kV) erfolgt die Stromversorgung der Region.

Der Energiebedarf steigt – und der saubere Windstrom aus dem Norden muss nach Süden und Westen transportiert werden. Um eine höhere Stromlast tragen zu können muss das Stromnetz erweitert und verstärkt werden. Das gilt auch für die dazugehörige Infrastruktur wie die Umspannwerke. Sie sind Netzknoten des Übertragungsnetzes und verbinden diese Stromautobahnen mit dem 110-kV Verteilnetz, den Bundes- und Landstraßen der Energienetze. Diese wiederum leiten den Strom in die Regionen und speisen vor Ort produzierten Strom zur überregionalen Nutzung ein.

Das bestehende Umspannwerk in Sottrum kann zusätzliche Kapazitäten, ausgelöst durch den Netzausbau, nicht mehr aufnehmen.

Einer Erweiterung am bestehenden Standort sind damit platztechnische Grenzen gesetzt. Um eine zuverlässige Stromversorgung und die Sicherheit der Netze zu gewährleisten, ist es sinnvoll, diese kritische Infrastruktur räumlich zu entkoppeln. So ist es auch im Netzentwicklungsplan und im Bundesbedarfsplan als gesetzlicher Grundlage festgelegt.

Damit entwickelt die Region Sottrum ihre überregionale Bedeutung für die Energieverteilung weiter: mit dem vorhandenen Umspannwerk, angebunden an die 380-kV-Leitung Stade – Landesbergen, und dem neuen Umspannwerk mit dem Stromdrehkreuz der 380-kV-Leitungen Conneforde – Sottrum und der Elbe-Lippe-Leitung. 

Dieses Stromdrehkreuz transportiert Offshore-Windenergie aus dem Nord-Westen der Region Conneforde in den Nord-Süd-Kanal der Elbe-Lippe-Leitung und dient damit der Weiterleitung in die Verbrauchszentren im Süden und Westen der Republik. 
Der geplante Neubau des Umspannwerks im Raum Sottrum ist Teil des Leitungsbauprojekts Conneforde – Sottrum. Weitere Infos zu diesem Projekt finden Sie hier.

Nova-Prinzip

Immer mehr Strom, der von Offshore-Windkraftanlagen produziert wird, wird von TenneT in die Onshore-Anlagen eingespeist und weitertransportiert. Wie gelangt der Windstrom in Zukunft zuverlässig von den Küsten in die Regionen in Ostwestfalen?

Die Abkürzung NOVA steht für Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau. Unter den Begriff Netzoptimierung fallen eine Reihe verschiedener Maßnahmen, die im bestehenden Netz durchgeführt werden können.

Eine Optimierung kann beispielsweise durch das sogenannte Freileitungsmonitoring  erfolgen. Dies wirkt optimierend, indem bestehende Leitungen abhängig von der herrschenden Witterung ausgelastet werden. Bei Wind oder kühlen Außentemperaturen können Leiterseile mehr Strom übertragen. Bei kälteren Temperaturen oder Wind kann so mehr Energie übertragen werden. Doch auch hier gibt es Grenzen: Einzelne Leiterseile dürfen nicht heißer als 80 Grad Celsius werden – das heißt, die Energiemenge kann selbst im Winter nicht beliebig gesteigert werden.

Netzverstärkungen sind beispielsweise der Austausch oder die Erweiterung bestehender Leitungen. Dies kann unter anderem durch neue Anlagen, Umbeseilungen mit modernen Hochtemperaturleiterseilen, Installation zusätzlicher Stromkreise auf bestehenden Masten oder durch den Neubau von Leitungen mit höherer Übertragungskapazität in bestehenden Trassen realisiert werden.

Nur, wenn das Freileitungsmonitoring und die Maßnahmen der Netzverstärkung nicht ausreichen oder technisch nicht möglich sind, wird das Netz durch den Ausbau oder Neubau von Umspannwerken oder Schaltanlagen beziehungsweise durch zusätzliche Leitungen in neuen Trassen erweitert. Einen solchen Ausbau schlagen die Übertragungsnetzbetreiber aber nur dann vor, wenn Optimierungen bzw. Verstärkungen nicht ausreichen oder aus anderen Gründen nicht in Betracht kommen.

Im Falle der Elbe-Lippe-Leitung Süd wird derzeit eine Netzverstärkung in Form einer Umbeseilung auf moderne Hochtemperaturleiterseile geprüft. Diese können höhere Temperaturen aushalten und auch kurzfristige Anstiege, bspw. durch mehr Windenergie, abtransportieren. Somit kann die dringend benötigte Kapazität im Höchstspannungsnetz erhöht werden.

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Kontakt

Jennifer Bannick

Jennifer Bannick

Referentin für Bürgerbeteiligung | Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
Renate Gaus

Renate Gaus

Referentin für Bürgerbeteiligung | Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen