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MSCDN Anlage Schwandorf

Umspannwerk Schwandorf: TenneT und Maschinenfabrik Reinhausen nehmen Anlage zur Netzstabilisierung in Betrieb

Lesezeit

4 Minuten

Letzte Aktualisierung

6.10.2022

Project

  • Maschinenfabrik Reinhausen aus Regensburg entwickelt und baut seit 24 Jahren MSCDN Anlagen weltweit
  • Neue MSCDN Anlage im TenneT Umspannwerk Schwandorf übernimmt künftig Aufgaben, die bisher fossile Kraftwerke erfüllt haben und stabilisiert das Übertragungsnetz
  • TenneT greift auf bayerisches Know-how zurück und schafft mit rund 2,5 Mio. EUR Investitionsvolumen Wertschöpfung in der Region

Der Ausstieg aus Kernkraft und Kohle, der steigende Strombedarf und der notwendige Zubau von Erneuerbaren Energien stellt das bayerische Energiesystem vor große Herausforderungen. Rückgrat der Energieversorgung ist dabei das Höchstspannungsnetz, das den Transport erneuerbarer Energien von Nord nach Süd genauso sicherstellt wie die Integration von regional erzeugtem Grünstrom. Dreh- und Angelpunkte sind Umspannwerke, die das Übertragungsnetz – sozusagen die Autobahnen – mit den unterlagerten Verteilnetzen – also den Land- und Stadtstraßen verknüpfen. Zusammen mit den Stromleitungen sind Umspannwerke ein entscheidender Faktor für das Gelingen der Energiewende und dafür, dass Deutschland und Bayern starke Industriestandorte mit vertretbaren Energiekosten bleiben.

Das Umspannwerk Schwandorf ist das Versorgungszentrum der Oberpfalz und wird derzeit im laufenden Betrieb modernisiert und fit für die Energiewende gemacht. Insgesamt investiert TenneT rund 68 Mio. Euro in das Umspannwerk Schwandorf, davon 2,5 Mio. Euro in eine neue MSCDN Anlage der Maschinenfabrik Reinhausen aus Regensburg. Mit diesem innovativen Kraftwerksgenerator kann das Umspannwerk künftig zusätzlich neue Aufgaben übernehmen: für den effizienten Stromfluss im Netz, muss Spannung mittels Energie aufgebaut werden. Diese sogenannte Blindleistung muss stabil und gleichmäßig verfügbar sein und wurde bisher von fossilen Kraftwerken bereitgestellt. Mit dem Ausstieg aus Kernkraft und Kohle werden diese rotierenden Generatoren sukzessive weniger und durch die zunehmende Einspeisung Erneuerbarer Energien unterliegt die Spannung im Stromnetz immer stärkeren Schwankungen, die von den Übertragungsnetzbetreibern aufgefangen werden müssen. Mit der MSCDN Anlage kann TenneT die Spannungsschwankungen im Umspannwerk effektiv auffangen und so den Betrieb des Übertragungsnetzes stabilisieren.

Am Donnerstag, den 6. Oktober 2022 nahmen Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer von TenneT Deutschland, und Wilfried Breuer, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Reinhausen, die neue MSCDN Anlage symbolisch in Betrieb. Tim Meyerjürgens sagte: „Jeder erreichte Meilenstein und jede Teilinbetriebnahme hilft uns, die ambitionierten klimapolitischen Ziele des Freistaats zu erreichen, mehr Erneuerbare ins Netz zu integrieren, die Versorgungssicherheit bezahlbar, sicher und nachhaltig zu gestalten und uns durch die Nutzung von Erneuerbaren auch mehr und mehr unabhängig von fossilen Energieträgern und Stromimporten zu machen. Bei der Umsetzung der Energiewende sind wir auch auf innovative Entwicklungen und die Produktion hochkomplexer Technikkomponenten angewiesen. TenneT kann auf jahrelange Erfahrung und Know-how bayerischer Firmen zurückgreifen wie hier im Umspannwerk Schwandorf. Deshalb findet in Bayern nicht nur der Netzausbau statt, sondern die bayerische Industrie profitiert auch von der Energiewende.“

MR-Geschäftsführer Wilfried Breuer ergänzte: „Als mittelständischer Weltmarktführer aus der Oberpfalz freut es uns ganz besonders, unsere langjährige und weltweite Erfahrung in der Regelung elektrischer Lastflüsse nun auch bei der Energiewende nahe unserem Heimatstandort Regensburg einbringen zu können. Mit unseren Innovationen und Dienstleistungen ist MR auch bei SüdLink, SüdOstLink sowie vielen weiteren Großprojekten im deutschen Übertragungsnetz vertreten. Seit 25 Jahren projektiert und erstellt unser Thüringer Spezialistenteam Power Quality Anlagen wie diesen MSCDN weltweit und hat mit unserem Partner Omexom für die zuverlässige und termingerechte Fertigstellung hier in Schwandorf gesorgt. Schönster Beweis für die Zufriedenheit unseres Kunden TenneT sind zwei Folgeaufträge, die ebenfalls die Energiewende in unserem Land voranbringen werden.“

TenneT ist sich seiner Verantwortung und bedeutenden Rolle als größter deutscher Übertragungsnetzbetreiber bewusst und investiert daher bis 2030 mindestens 60 Mrd. Euro in die Energiewende. Allein in Bayern investiert TenneT bis 2030 jährlich 500 Mio. – 1,5 Mrd. Euro in den Netzausbau. Neben zehn Netzausbauprojekten in Bayern erneuert und optimiert TenneT auch zahlreiche Umspannwerke. 40 Prozent des jährlichen bayerischen Investitionsvolumens von TenneT fließt daher in die Modernisierung und Neuerrichtung bayerischer Umspannwerke. Dabei greift TenneT auch auf jahrelange Erfahrungswerte bayerischer Firmen zurück und stärkt die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Ein wichtiger und weltmarkführender Lieferant ist beispielsweise die Maschinenfabrik Reinhausen aus Regensburg.

 

Umspannwerk Schwandorf

Das Umspannwerk Schwandorf wird altersbedingt sowie in Zusammenhang mit der Erneuerung des Ostbayernrings im laufenden Betrieb erneuert. Der Umbau soll 2024 abgeschlossen sein. Das Umspannwerk kann wie der Ostbayernring nicht über einen längeren Zeitraum abgeschaltet werden, damit die Stromversorgung in der Region gewährleistet bleibt. Denn in Schwandorf werden insgesamt vier TenneT Höchstspannungsleitungen mit dem Verteilnetz der Bayernwerk AG verbunden. Der Strom wird von Schwandorf aus nicht nur in der Region verteilt, sondern der vor Ort erzeugte Strom aus Photovoltaik und Wind wird aufgenommen und in die Verbrauchszentren transportiert. Im Zuge der Modernisierung werden alle Schaltgeräte und Stahlkonstruktionen Schritt für Schritt demontiert, neu errichtet und in Betrieb genommen. Die vorhandenen Betriebsgebäude bleiben teilweise bestehen, hinzu kommt ein moderneres Betriebsgebäude. Das Umspannwerksgelände wird um etwa 3500 m² auf eigenem Grund vergrößert. Jedoch wird die Anzahl der sogenannten „Schaltfelder“ reduziert. Alle neu geplanten Transformatoren und Spulen werden mit Schallschutzeinhausungen geplant, um die Geräuschemissionen zu minimieren, d.h. das neue Umspannwerk wird deutlich leiser.
 

Symbolische Inbetriebnahme MSCDN Umspannwerk Schwandorf

 

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Ina-Isabelle Haffke

Ina-Isabelle Haffke

Pressesprecherin - Energiepolitik und Industriestrategie Süddeutschland, Netzentwicklungsplan, Netzausbau Onshore