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Szenariorahmen-Entwurf bildet erstmals klimaneutrales Stromsystem ab

Lesezeit

4 Minuten

Letzte Aktualisierung

9.8.2022

  • Szenarien für neuen Netzentwicklungsplan Strom blicken auf die Jahre 2037 und 2045
  • Deutliche Erhöhung des prognostizierten Stromverbrauchs und des Ausbaus der erneuerbaren Energien
  • BNetzA startet Konsultation zum Szenariorahmen-Entwurf 

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben einen neuen Szenariorahmen für den nächsten Netzentwicklungsplan Strom entworfen. Dieser Entwurf enthält drei Szenarien für das Jahr 2037 und gibt erstmals einen Ausblick auf ein „Klimaneutralitätsnetz 2045“, ein Stromübertragungsnetz in einem klimaneutralen Deutschland. Der Ausstieg aus Kohle und Kernkraft wird ebenso berücksichtigt wie die nationale Wasserstoffstrategie, Eckdaten aus dem Koalitions-vertrag und ein stärker zusammenwachsender europäischer Strom-binnenmarkt. Bei vielen Eingangsdaten haben sich die ÜNB an der Agora-Studie „Klimaneutrales Deutschland 2045“ orientiert und an der Studie „Langfristszenarien für die Transformation des Energie-systems in Deutschland 3“ von Fraunhofer ISI, Consentec, TU Berlin und ifeu. Die einzelnen Szenarien des neuen Entwurfs bilden einen unterschiedlich hohen Grad der Wasserstoffnutzung und der Elektrifi-zierung ab. 

Integrierte Betrachtung der Sektoren wird immer wichtiger 

Auf dem Weg in die Klimaneutralität nimmt der Stromsektor eine Vorreiterrolle ein. Die direkte Elektrifizierung ermöglicht, andere Sektoren zu dekarbonisieren. Die CO2-Vermeidungskosten sind im Stromsektor im Vergleich zu anderen Sektoren zudem relativ gering. Eine andere Möglichkeit der Dekarbonisierung ist der Einsatz von grünem Wasserstoff oder wasserstoffbasierten Kraftstoffen – auch hier spielt der Stromsektor eine wichtige Rolle. Die integrierte Betrachtung der Sektoren wird daher im Szenariorahmen der ÜNB immer wichtiger. 

Steilerer Ausbaupfad für erneuerbare Energien notwendig

Nicht nur für eine inländische Wasserstoffproduktion, sondern auch für die Klimaneutralität insgesamt ist die Stromerzeugung aus erneuer-barer Energie (EE) der wichtigste Grundpfeiler. Die Ausbaurate der EE-Kapazitäten gegenüber dem Referenzjahr 2020 wird etwa verfünffacht werden müssen, um dieses Ziel bis 2045 zu erreichen. Angenommen werden für das Jahr 2045 je nach Szenario rund 520 bzw. 620 GW installierte Leistung aus erneuerbaren Energien, davon knapp zwei Drittel aus Photovoltaik. Zudem prognostizieren die ÜNB für eine klimaneutrale Zukunft Deutschlands eine Verdopplung des Brutto-Stromverbrauchs auf rund 1.000 TWh im Jahr 2045. 

Zunehmender Bedarf an Flexibilitäten und großräumigem Ausgleich 

In einem Stromsystem, das von volatiler Erzeugung geprägt ist, müssen Erzeugung und Verbrauch flexibel sein. Die Herausforderung besteht darin, effiziente Anreize zu schaffen, damit zusätzliche Flexi-bilitätspotenziale erschlossen und genutzt werden. Zudem ist der Ausbau von grenzüberschreitender Übertragungskapazität über die bisher vorhandenen Planungen hinaus erforderlich. 

Beteiligung an Konsultation der BNetzA 

Die BNetzA konsultiert nun den Entwurf der ÜNB öffentlich. Auf Grundlage des Szenariorahmen-Entwurfs der ÜNB, der Konsultation und der eigenen Einschätzung wird die BNetzA einen Szenariorahmen genehmigen. Dieser ist die verbindliche Grundlage für die Markt- und Netzberechnungen der ÜNB im anschließenden Netzentwicklungs-plan verbindlich. 

Weitere Information unter www.netzentwicklungsplan.de

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Kontakt

Ina-Isabelle Haffke

Ina-Isabelle Haffke

Pressesprecherin - Energiepolitik und Industriestrategie Süddeutschland, Netzentwicklungsplan, Netzausbau Onshore