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Offshore-Großausschreibung: TenneT nimmt Kurs auf die Erreichung der Offshore-Ziele 2030

Letzte Aktualisierung

29.8.2022

Project

  • Offshore-Ziele erfordern veränderte Ausschreibungen – neuartiger Kooperationsrahmen bietet Wachstums-Chancen für Technologieunternehmen und Übertragungsnetzbetreiber
  • Ziel: Investitionssicherheit, Beschäftigung, Aufbau von benötigten Ressourcen und Lieferketten
  • TenneT schultert 40 Gigawatt Offshore-Ausbau in der deutschen und niederländischen Nordsee

Mit einer EU-Großausschreibung nimmt der Übertragungsnetzbetreiber TenneT Kurs auf die Erreichung der Offshore-Ausbauzeile 2030. Die Herausforderung ist immens: Deutschland, die Niederlande, Dänemark und Belgien haben vereinbart, bis 2030 zusammen mindestens 65 Gigawatt Offshore-Windenergie zu installieren (Esbjerg-Erklärung). Mit 40 Gigawatt entfallen davon fast zwei Drittel auf TenneT, je 20 Gigawatt in der deutschen und der niederländischen Nordsee.

TenneT-COO Tim Meyerjürgens sagte: „Um die Herausforderungen dieses großen Ausbauziels zu meistern und die Ziele zu erreichen, gehen wir neue Wege in der Kooperation mit unseren Industriepartnern und senden mit einer Großausschreibung ein starkes Signal in den Markt. Ziel ist eine Art Rahmenvertrag, der Optionen zur Skalierung durch einen effizienten Ausbau dieser neuen Offshore-Systeme bietet – sowohl für Technologieunternehmen als auch für andere Übertragungsnetzbetreiber. Wir stimulieren damit den Markt zum gezielten und vor allem schnelleren Aufbau der benötigten Ressourcen und umfassenden Lieferketten. Dies bietet der Branche die notwendige Investitionssicherheit in diesen turbulenten Zeiten.“

TenneT plant eine Kooperation mit wichtigen Marktpartnern für einen Zeitraum von bis zu acht Jahren zu vereinbaren. Die Vereinbarung umfasst die Plattformen auf See und die landseitigen Stationen, einschließlich der Konverter zur wechselseitigen Umwandlung zwischen Drehstrom und Gleichstrom, basierend auf der innovativen 2-Gigawatt-Hochspannungsgleichstromtechnologie für voraussichtlich 15 bis 20 Offshore-Netzanschlusssysteme. Das Gesamtauftragsvolumen ist mit bis zu 30 Milliarden Euro zu veranschlagen.

„Die Beschleunigung beim Ausbau der Erneuerbaren Energien bietet viele Chancen. Sie zu nutzen, braucht es starke Kooperationen auf allen Ebenen. Der wegweisende Kooperationsrahmen ermöglicht mehr Flexibilität, technologischen Fortschritt und Planungssicherheit für Marktakteure. Er zeigt auch, welche innovativen Lösungen wir im Markt abgestimmt entwickeln, um die Ausbauvorgaben der Politik zielgerichtet anpacken und umsetzen zu können. Unser neuer Ansatz wird den gesamten Markt entlang der Wertschöpfungsketten beleben und vorantreiben. Das bietet auch die Chance für die Ansiedlung neuer Industrieunternehmen und damit neuer Arbeitsplätze in der Nähe unserer Anlagen. Davon profitieren alle Seiten durch mehr Beschäftigung, Wachstum und der Stärkung von Lieferketten in Europa,“ betonte Tim Meyerjürgens.

Der Krieg in der Ukraine und die daraus folgende Energie- und Rohstoffkrise haben die Herausforderungen beim Übergang zu einem nachhaltigen Energiesystem erhöht. Wie die vier Länder in der Esbjerg-Erklärung beschreiben, bietet die Nordsee das Potenzial, Europas grünes Kraftwerk der Windenergie zu werden. Ein integriertes Offshore-Energiesystem in der Nordsee ist der Schlüssel, um die Energiewende und die Energieunabhängigkeit zu erreichen. Die technologische Zukunft liegt in einem vermaschten Gleichstromnetz auf See und an Land, das sowohl den Austausch von Strom zwischen europäischen Ländern als auch die Versorgungssicherheit für alle ermöglicht.

Mit dem Impuls der Großausschreibung geht ein starkes Signal an den Markt. Es zeigt die langfristige Perspektive auf, um die insgesamt benötigten Industriestandorte, Ressourcen an Mitarbeitern und Material aufzubauen. Wurden bisher einzelne Projekte stets nach und nach ausgeschrieben, so bietet die Gesamtheit der Großausschreibung dem Markt die notwendige Investitionssicherheit und Planungsbeschleunigung. Gleichzeitig kann so die Bugwelle an Projekten zur Realisierung im Zielzeitraum um 2030 durch gezielten Abruf zum jeweiligen Start der einzelnen Maßnahmen gesteuert werden.
 

Hintergrund / 2-Gigawatt-Programm

Gegenwärtig beträgt die Anschlusskapazität von TenneT rund 7,2 Gigawatt in der deutschen und rund 2,5 Gigawatt in der niederländischen Nordsee. Das innovative 2-Gigawatt-Programm von TenneT spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Energiewende aus dem Offshore-Bereich heraus und wird dazu beitragen, dass Europa der erste klimaneutrale Kontinent der Welt wird. Dieser neue Standard kombiniert unser umfassendes Know-how bei den Offshore-Netzanbindungen mit einem einzigartigen transnationalen Ansatz. Durch seinen starken Fokus auf Harmonisierung und Standardisierung liefert das Programm eine Blaupause für zukünftige Offshore-Netzanschlusssysteme und ermöglicht einen schnelleren Ausbau. Gleichzeitig wird durch die größere Kapazität von zwei Gigawatt pro System die Zahl der erforderlichen Netzanschlüsse reduziert. Das 2-Gigawatt-Programm gibt einen neuen Takt für die europäische Energiewende vor. Es wird Europa und seine Einwohner auf sichere und kosteneffiziente Weise mit mehr grüner Energie versorgen – und das bei möglichst geringen Umweltauswirkungen.

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Kontakt

Mathias Fischer

Mathias Fischer

Pressesprecher - Netzausbau Onshore & Offshore, Sektorenkopplung, Energiepolitik Norddeutschland, Flexibilität & Innovationen