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Europäische Balancing Plattform MARI: Europäischer Binnenmarkt für Minutenregelreservearbeit

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3 Minuten

Letzte Aktualisierung

6.10.2022

Corporate

6. Oktober 2022, Bayreuth, Berlin, Dortmund, Stuttgart. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben am Mittwoch, 05.10.2022, gemeinsam mit dem tschechischen Übertragungsnetzbetreiber CEPS den europäischen Binnenmarkt für Minutenregelreserve gestartet. Hierzu haben sie sich an die MARI-Plattform (Manually Activated Reserves Initiative) angeschlossen. Nachdem die Plattform bereits im September für letzte Tests in Betrieb genommen wurde, sind mit dem Market-Go-Live erstmals Austausche von Minutenregelreserve gemäß dem europäischen Zielmodell möglich.

Auf der MARI-Plattform kann Minutenregelreserve zur Stabilisierung des Stromnetzes in ganz Europa angefordert und abgerufen werden, statt dass die teilnehmenden Übertragungsnetzbetreiber auf ihre Regelzonen beschränkt sind. Entwickelt wurde die MARI-Plattform von den europäischen Übertragungsnetzbetreibern. Amprion ist zukünftig für den Betrieb und das Monitoring der Plattform zuständig. Das Projekt ist Teil der Electricity Balancing Guideline (EB GL) der Europäischen Kommission. Ziel der Richtlinie ist ein gesamteuropäischer Binnenmarkt, in dem Regelarbeit diskriminierungsfrei, ohne Marktbarrieren und vor allem kosteneffizient ausgetauscht wird. Um das neue Marktdesign für Regelarbeit umzusetzen, haben der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, ENSTO-E, und seine Mitglieder verschiedene Balancing Projekte und Kooperationen etabliert. Der Anschluss der deutschen und des tschechischen Übertragungsnetzbetreibers an die MARI-Plattform beendet den Errichtungsprozess der Regelarbeitsplattformen.

In den kommenden Jahren erfolgt der schrittweise Anschluss der weiteren europäischen Übertragungsnetzbetreiber an die MARI-Plattform. Je mehr Übertragungsnetzbetreiber angeschlossen werden, desto mehr Kosten können zukünftig eingespart werden. Im Jahr 2021 konnten die beteiligten europäischen Übertragungsnetzbetreiber durch die Balancing Projekte TERRE und IGCC sowie die FCR-Cooperation und die Kooperation-Deutschland/Österreich insgesamt mehr als 1,2 Mrd. Euro einsparen. Diese Entlastungen wurden entsprechend an die Netznutzer weitergegeben.

Neben MARI wurden unter Beteiligung der deutschen Übertragungsnetzbetreiber inzwischen die FCR-Cooperation für die Beschaffung von Primärregelreserve, die PICASSO-Plattform für den Austausch von Sekundärregelreserve, das IGCC-Projekt zum grenzüberschreitenden Ausgleich von Ungleichgewichten und die Kooperation-Deutschland/Österreich für die Beschaffung und den Austausch von Minuten- und Sekundärregelreserve etabliert.


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Mathias Fischer

Mathias Fischer

Pressesprecher - Netzausbau Onshore & Offshore, Sektorenkopplung, Energiepolitik Norddeutschland, Flexibilität & Innovationen