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Wie wir den Wert von Waldflächen und Gehölzen bestimmen: Drei Fragen an unseren Experten Martin Schafhirt

Bei der Planung des SuedOstLink achten wir darauf, Waldflächen möglichst zu umgehen. Denn im Vergleich zur Kabel-Verlegung im offenen Land, stellt der Erdkabel-Bau durch den Wald einen größeren Eingriff in Natur und Landschaft dar. Da jedoch rund ein Drittel der Gesamtfläche Bayerns mit Wald bedeckt ist und bei der Planung auch andere wichtige Belange berücksichtigt werden müssen, ist eine vollständige Umgehung von Wald nicht möglich. Umso wichtiger ist es, Entschädigungszahlungen an Eigentümer von Wald- und Gehölzflächen, die für die Leitung dauerhaft in Anspruch genommen werden müssen, frühzeitig und transparent zu ermitteln. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Gehölz- und Waldwertgutachten, mit denen erfahrene Forstsachverständige den Wert der Flächen erfassen. Wie sie dabei genau vorgehen, erklärt Martin Schafhirt, Teilprojektleiter im Planungsabschnitt D2 zwischen Nittenau und Pfatter und SuedOstLink-Experte für das Thema Wald.

Was sind Gehölz- und Waldwertgutachten und wozu werden sie im Projekt SuedOstLink benötigt?

Gehölz- und Waldwertgutachten dienen dazu, den aktuellen monetären Wert eines Waldbestandes bzw. Gehölzes zu erfassen. Mit ihnen wird also festgelegt, wie viel ein Waldstück bzw. eine Gehölzfläche in Euro gemessen wert ist. 

Die Gehölz- und Waldwertgutachten sind im Projekt SuedOstLink von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, die Entschädigungshöhe für jene Bereiche festzulegen, in denen die Stromleitung durch Wald oder anderes Gehölz verlaufen wird. Denn ein circa 20 Meter breiter Streifen direkt um die Erdkabel-Leitung muss auch nach Ende der Bauphase von tiefwurzelndem Gehölz freigehalten werden. Für jede Eigentumseinheit wird ein eigenes Gutachten erstellt.


Wer ist für die Erstellung der Gehölz- und Waldwertgutachten zuständig und wann wird damit begonnen?

Die Gutachten werden von öffentlich bestellten und vereidigten Forstsachverständigen erstellt. Sie werden ihre Arbeit Ende dieses Jahres im nördlichen Abschnitt C1 beginnen und dann nach und nach auch in den weiteren Abschnitten tätig werden. 


Wie gehen die Sachverständigen vor Ort genau vor, um den Wert von Gehölzen und Wäldern zu bestimmen?

Die Sachverständigen begehen die Flächen vor Ort und sehen sich die Wald- und Gehölzbestände dabei genau an. Sie verwenden eine einheitliche Methodik, um den Grundsatz der Gleichbehandlung bei allen Gutachten in allen Abschnitten zu gewährleisten. Die Flächeneigentümer werden zuvor über die Begehungen informiert.

Bei der Gutachtenerstellung nutzen die Sachverständigen viele unterschiedliche Messgeräte, um unter anderem die Höhe, das Alter und den Stammdurchmesser der Bäume zu ermitteln. Zusätzlich greifen die erfahrenen Experten auf Formeln, Statistiken und Ertragstafeln zurück, um ein nachvollziehbares, objektives und faires Gutachten zu erstellen.



Gut zu wissen: Entschädigung für dauerhaft in Anspruch genommene Waldflächen

Für die Fläche, die dauerhaft für SuedOstLink in Anspruch genommen wird, müssen beschränkt persönliche Dienstbarkeiten in das Grundbuch eingetragen werden. Die Fläche wird als Schutzstreifen der Erdkabelleitung bezeichnet und wird im Wald circa 20 Meter breit sein. Durch die Eintragung der Dienstbarkeit wird sichergestellt, dass die SuedOstLink-Kabel für Wartungsarbeiten jederzeit zugänglich bleiben. Hierfür leistet TenneT eine Entschädigung an die Eigentümer. Für Waldbesitzer kommen bei der Entschädigungsleistung aber noch weitere Bausteine hinzu: Unter anderem erhalten sie eine Zahlung...

...für den Bestandswert, das heißt den Wert des Holzes der für SuedOstLink gefällten Bäume,
...für die Bruttobodenrente, ein Entgelt dafür, dass im Schutzstreifen des SuedOstLink keine Holzproduktion mehr möglich ist sowie
...für Randschäden, das heißt die Wertminderung von Bäumen, die durch die neue Schneise etwa nicht mehr vor Wind und Sonne geschützt sind.

Kontakt

Benjamin Mignon

Benjamin Mignon

Bürgerreferent Abschnitt D1