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Zwischen Oberbachern und Ottenhofen werden bis zu drei Leitungen als Doppelsystem

Was bedeutet n-1-Sicherheit?

Fällt in Deutschland eine Stromleitung aus, merken wir das in der Regel nicht einmal. Grund dafür ist das n-1-Prinzip. Was es damit auf sich hat, lesen Sie hier.

Deutschland hat eines der sichersten Stromnetze der Welt. Selbst wenn eine Leitung in unserer Region vorübergehend nicht funktioniert, werden wir weiter mit Strom versorgt. Grund dafür ist das n-1 Prinzip: Fällt eine Leitung aus, übernehmen automatisch andere Leitungen die Stromübertragung.

Wie funktioniert das n-1 Prinzip?

Das n-1 Prinzip besagt, dass das Stromnetz (n) jederzeit den Ausfall einer Leitung (minus 1) verkraften können muss, ohne dass es zu größeren Stromausfällen kommt. Das heißt konkret: Ist eine Leitung defekt, muss eine andere Leitung einspringen können. Sie verhindert, dass die Stromversorgung unterbrochen wird. Dieses Prinzip müssen die Übertragungsnetzbetreiber bei der Planung und beim Betrieb von Stromnetzen berücksichtigen.

Aus diesem Grund werden Freileitungen im Bereich der Hoch- und Höchstspannung meist als Doppelsystem ausgeführt: Auf jeden Mast befinden sich zwei Drehstromsysteme je Spannungsebene mit jeweils drei Phasen – ein System auf der linken und ein System auf der rechten Seite des Mastes (mehr zu den Bestandteilen einer Freileitung finden Sie hier). Fällt eine Seite aus, übernimmt die andere Seite die Übertragung. Damit es dabei nicht zu Überlastungen kommt, werden die Leitungen im Normalbetrieb nur mit etwa 50 bis 70 Prozent ausgelastet.

Auch in Umspannwerken braucht es Komponenten, die im Notfall einspringen können. Hier gilt: Je mehr Transformatoren (Trafos) vorhanden sind desto höher kann das Umspannwerk ausgelastet werden. Zudem werden die Trafos normalerweise nur zu etwa 50 Prozent ausgelastet, damit sie im Notfall einspringen können.

Was passiert, wenn ganze Leitungen ausfallen?

Fallen gleich mehrere Komponenten gleichzeitig aus – beispielsweise eine ganze Leitung – spricht man von einem Common-Mode-Ausfall. Auch dieser wird bei der Netzplanung mitberechnet und mögliche Umleitungen und Ausweichstrecken festgelegt. Wichtig ist, dass die Ausweichstrecke nicht überlastet wird, da sonst das Netz zusammenbrechen kann. Dafür sorgen die Schaltwarten, beispielsweise in Dachau.

Sichere Stromversorgung für München und die Region

Als zentrale Ost-West-Verbindung spielt die Leitung zwischen Oberbachern und Ottenhofen eine wichtige Rolle für die Versorgung des Wirtschaftsstandorts München und der Region. Damit es hier in Zukunft nicht zur Überlastung kommt, soll die bestehende Leitung verstärkt werden. Denn die boomende Wirtschaftsregion München wie auch die wachsende E-Mobilität brauchen viel Strom.

Wegen der zentralen Bedeutung der Leitung muss sie auch während der Bauphase durchgehend in Betrieb bleiben. Gleiches gilt für die Umspannwerke: Sie können nicht einfach abgeschaltet werden, sondern müssen Stück für Stück erneuert werden.

Zwischen Oberbachern und Ottenhofen werden bis zu drei Leitungen als Doppelsystem

Zwischen Oberbachern und Ottenhofen werden bis zu drei Leitungen als Doppelsystem mit jeweils drei Phasen geführt. Zwei Systeme gehören zum Bayernwerk, weitere zwei Systeme führen nach Neufinsing und zurück. Fällt eine Leitung aus, sichert das zweite System die Stromversorgung.