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Warum Schallimmissionen bei Freileitungen kein Grund zur Sorge sind

Bei Freileitungen gibt es ein Phänomen, das hin und wieder negative Assoziationen hervorruft:Sogenannte Korona-Entladungen. Worum es dabei geht und welche gesundheitlichen Risiken bestehen, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

 

Wie genau entstehen die Koronageräusche?

Was sich im ersten Moment befremdlich anhört, lässt sich durch die Physik erklären. Die Geräusche entstehen vereinfacht dargestellt folgendermaßen: Wenn sich die Oberfläche von Freileitungen durch abgelagerte Wassertropfen, Luftfeuchtigkeit oder Schmutz verändert, bildet sich eine Störstelle auf dem Leiterseil. Dann kann hier punktuell sehr viel Energie auf einmal freigesetzt werden. Diese Energie bewirkt, dass die Luft um die Leitung herum kurzzeitig aufgeladen und erwärmt wird. Hierbei findet eine lokale elektrische Entladung statt. Während dieses Vorgangs entsteht zusätzlich ein akustischer Effekt. Dieser Prozess wird in der Fachsprache als Koronaentladung bezeichnet. Deshalb nennt man die entstehenden knisternden Geräusche auch Koronageräusche. Was also zunächst gefährlich klingen mag, ist letztlich nichts anderes als ein harmloser physikalischer Vorgang.

Was sind Koronaentladungen bei Freileitungen?

Sogenannte Koronaentladungen können also während des Betriebs von Freileitungen unter anderem bei feuchtem Wetter entstehen. Die elektrische Entladung in der Luft erzeugt bei hoher Luftfeuchtigkeit ein Knistergeräusch, das man in unmittelbarer Nähe zur Leitung auch mit bloßem Ohr hören kann. Ob bzw. wie laut dieses gelegentliche Knistern zu hören ist, hängt nicht nur vom Wetter, sondern auch von der elektrischen Feldstärke an der Oberfläche der Leiterseile ab. Die Randfeldstärke wird wiederum bedingt durch die elektrische Spannung, die Anzahl der Leiterseile und die Abstände der Leiterseile untereinander sowie auch zum Boden. Als Beispiel: Je größer der Durchmesser der Leiterseile ist, desto weiter rücken die Abstände der Feldlinien auseinander. Dadurch treten weniger Koronaentladungen auf.  

Welche Rolle spielen Koronageräusche bei der Bauplanung?

Beim Bau neuer Hoch- und Höchstspannungsleitungen müssen Übertragungsnetzbetreiber, wie TenneT, laut dem Bundesimmissionsschutzgesetz nachweisen, ob die Geräusche für die Umwelt immissionsschutzrechtlich zumutbar sind. Hierbei werden mithilfe von Schallgutachten sogenannte Immissionsprognosen aufgestellt, mit denen ermittelt wird, ob die geltenden Grenzwerte eingehalten werden. In Deutschland gelten dabei die Richtwerte der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm). Für reine Wohngebiete gilt tagsüber ein Richtwert von 50 Dezibel. Das entspricht in etwa der Lautstärke von Vogelgezwitscher. Nachts sind hingegen nur 35 Dezibel erlaubt. Selbst direkt unter der Leitung werden diese Grenzwerte deutlich unterschritten. 

Wie laut wird der neue Ostbayernring?

Generell treten Koronaentladungen bei Freileitungen eher selten auf. Beim Ersatzneubau des Ostbayernrings verwendet TenneT für die neue Beseilung Vierer-Bündel anstelle der bisherigen Zweier-Bündel, was zu einer Senkung der Randfeldstärke führt. Die neuen Vierer-Bündel erzeugen einen deutlich größeren Ersatzradius. Auf gut Deutsch übersetzt heißt das: Die Knistergeräusche der Leitung werden verringert. Der neue Ostbayernring wird deutlich leiser als die Bestandsleitung aus den 1970er Jahren!

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Bei Koronaentladungen von Freileitungen handelt es sich um nichts anderes als ein physikalisches Phänomen. Für die Gesundheit besteht dabei keinerlei Grund zur Sorge.

Zu allen weiteren Themen rund um den Ostbayernring informieren wir Sie regelmäßig auf diesem Blog. Wir freuen uns auch in Zukunft wieder auf Ihren Besuch!

Ihr Team Ostbayernring

Kontakt

Johannes M. Reinoso Guerra

Johannes M. Reinoso Guerra

Referent für Bürgerbeteiligung