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Warum braucht es den Ersatzneubau Pirach – Pleinting?

In unserem heutigen Beitrag geht es um das Thema Netzausbau in Bayern und Deutschland sowie um die Frage, warum die Leitung zwischen Pirach und Pleinting als Ersatzneubau errichtet werden muss.

Warum braucht es den Ersatzneubau Pirach – Pleinting?

Warum werden in Bayern – und auch deutschlandweit – Stromleitungen neu gebaut?

Im Rahmen der Energiewende verändert sich die Stromerzeugungsstruktur in Bayern und in Deutschland. Während auf der einen Seite die meisten Kernkraftwerke bereits vom Netz genommen wurden, steigt auf der anderen Seite die Erzeugung von Strom durch erneuerbare Energiequellen an. Dadurch verändern sich die Erzeugungsschwerpunkte. Dabei geht es vor allem um Windenergie, die aus dem Norden in den Süden transportiert werden muss, um lokal produzierte erneuerbare Energie, z. B. aus Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) sowie um den grenzüberschreitenden Ausgleich von erneuerbaren Energien aus Deutschland mit Strom aus Pumpspeicherkraftwerken in Österreich. 

Die stark schwankenden Verfügbarkeiten regenerativer Energiequellen und die damit zusammenhängende Über- oder Unterproduktion an manchen Tagen erfordern vermehrt regulierende Eingriffe in das Stromnetz. Allerdings ist unser Stromnetz für diese Aufgabe ursprünglich nicht konzipiert worden und stößt deshalb immer häufiger an seine Kapazitätsgrenzen, sodass Stromflüsse gezielt umgeleitet werden müssen. Der Netzausbau ist daher notwendig, um durch verbesserte Transportkapazitäten erneuerbare Energien in größerer Menge einbinden zu können. Ohne den Netzausbau kann beispielsweise überschüssige Solarenergie nicht transportiert werden und geht somit ohne Nutzung verloren.  

Warum ist der Ersatzneubau zwischen Pirach und Pleinting notwendig?
Die bestehende 220-kV-Leitungsstruktur von Pirach nach Pleinting wird bereits heute an der Kapazitätsgrenze betrieben. Deshalb hat der Gesetzgeber TenneT dazu verpflichtet, die zum Teil über 70 Jahre alte Verbindung zu einer 380-kV-Leitung auszubauen, um der erheblichen Steigerung des Stromtransportes und der veränderten Erzeugungssituation zu entsprechen. Der Ersatzneubau der Trasse wurde als Bestandteil des Vorhabens Nr. 32 in das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) aufgenommen. Das bedeutet, dass die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Trassenausbaus gesetzlich definiert und TenneT damit zum Netzausbau verpflichtet ist. Durch den Ersatzneubau kann auch zukünftig die Versorgungs-, Netz- und Ausfallsicherheit für die Region Nieder- und Oberbayern mit dem bayerischen Chemiedreieck sichergestellt werden. Zudem führt die damit einhergehende Entlastung der Höchstspannungsebene zu einer deutlichen Entspannung in den 110-kV-Verteilnetzen. Diese sind dadurch nicht mehr überlastet und besitzen Kapazitäten, um vor Ort mehr Energie aus regenerativer Erzeugung (Solar, Windkraft) in das Netz einzuspeisen.

Warum muss die Leitung neu gebaut und als Ersatzneubau realisiert werden? 

Eine Ertüchtigung der bestehenden Leitung wurde geprüft. Diese Prüfung nach dem sogenannten NOVA-Prinzip (Netzoptimierung vor -verstärkung vor -ausbau) ist für jeden geplanten Ersatz- oder Neubau vorgesehen. Alle geeigneten Maßnahmen, wie zum Beispiel das Freileitungsmonitoring, sind bereits in Verwendung. Dabei werden witterungsbedingte Übertragungsreserven genutzt, um zu jedem Zeitpunkt die maximal mögliche Menge an Strom zu übertragen. Dennoch ist die zum Teil aus den 1950er-Jahren stammende Leitung bereits heute voll ausgelastet und macht eine Erneuerung zwingend erforderlich. Mit dem Ersatzneubau kann die Spannung in Zukunft von 220 kV auf 380 kV erhöht werden.

Falls Sie weitere Fragen zum Thema Netzausbau oder zum Ersatzneubau der Leitung Pirach – Pleinting haben, können Sie gerne auf uns zukommen. Wenden Sie sich direkt an unsere Bürgerreferentin Daniela Schwerdfeger unter daniela.schwerdfeger@tennet.eu. 

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