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Buchenwald Vogelsberg

Waldwertgutachten starten im Dezember: Genehmigungsplanerin Jana Kaufmann im Interview

Um Eigentümer objektiv und nachvollziehbar zu entschädigen, lassen wir den Wert der von der SuedOstLink-Entwurfsplanung betroffenen Wälder gutachterlich messen und berechnen. Ab Mitte Dezember sind unabhängige Gutachter auf Flurstücken im Planungsabschnitt C1 (Münchenreuth bis Marktredwitz) unterwegs, um den zu fällenden Bestand zu ermitteln und den monetären Wert zu bestimmen. Jana Kaufmann, Genehmigungsplanerin für Wald und Natur bei SuedOstLink, beantwortet die wichtigsten Fragen zu Ablauf und Hintergründen der Waldwertgutachten. 

 

Welche Daten werden gesammelt und welche Geräte kommen dabei zum Einsatz?

Es werden unter anderem Baumalter, Baumhöhe, Baumartenzusammensetzung, Baumqualität und der zu erwartenden Holzvorrat pro Flurstück bestimmt. Die Waldwertgutachter verwenden verschiedene Messgeräte wie Baumhöhenmesser, GPS-Gerät und Kluppen, das sind Maßbänder zur Bestimmung des Baumumfangs. Eines der wichtigsten Geräte ist das Spiegelrelaskop, welches u.a. die Bestandsgrundfläche (Fläche der Bäume, die sich ergibt, wenn alle Bäume sehr dicht aneinandergerückt wären) vermessen kann.

 

Wie gehen die Waldwertgutachter genau vor und wozu dienen die Gutachten?

Gutachterinnen und Gutachter analysieren den Bestand der Wälder nach gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien (WaldR2000) und den Bestand von Gehölzen nach der Methode KOCH. Nach der Datenerhebung wird in der Gutachtenerstellung der Bestandswert errechnet, der die Grundlage der Entschädigungssummen bildet. Entscheidend ist dabei vor allem das Alter der Bäume. Als Berechnungsgrundlage werden die Holzpreise der letzten Jahre herangezogen.

 

Was passiert nach der Fertigstellung der Waldwertgutachten mit den Waldflächen?

Die Waldflächen können erst gefällt werden, wenn wir uns die dafür notwendigen Grundstücksrechte sichern konnten und der Planfeststellungsbeschluss von der Bundesnetzagentur erlassen wurde. Im Anschluss daran beginnen wir mit der Fällung bzw. der Rodung der Bäume im Schutz- und Arbeitsstreifen. Der Arbeitsstreifen wird nach Beendigung des Baus wieder aufgeforstet. Zwar ist im Waldgesetz geregelt, dass jeder Eigentümer zur Aufforstung selbst verpflichtet wäre, aber da wir die Aufforstung als Kompensationsfläche umsetzen wollen, übernehmen wir diese nach Einwilligung der Betroffenen. Auch hierfür werden zusätzliche Entschädigungssummen gezahlt.