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Ostbayernring Blog Vorstellung Leitungsbauunternehmen

Vorstellung der Leitungsbauunternehmen beim neuen Ostbayernring im Abschnitt A

Der südlichste Abschnitt des Ostbayernrings, Planungsabschnitt A, beginnt beim Umspannwerk Etzenricht und endet beim Umspannwerk Schwandorf. Drei Leitungsbauer haben für den Bau der Freileitung sogenannte Baulose erhalten: Cteam Leitungsbau, Electron Leitungsbau und SPIE SAG teilen sich die 43 Kilometer und insgesamt 111 Maststandorte auf. Wer sind diese Unternehmen, wie kamen sie zum Leitungsbau und welche Herausforderungen bietet der Ostbayernring? Wir sprachen mit K. Gerhardt, Projektleiterin im Baulos 2 bei der Electron Leitungsbau GmbH.

In welchem Abschnitt ist Electron genau tätig?

Die Electron Leitungsbau GmbH ist mitten im Abschnitt A des neuen Ostbayernrings tätig. Das auf den Freileitungsbau spezialisierte Unternehmen aus Hamminkeln in Nordrhein-Westfalen ist zuständig für die Mastnummern 38 bis 73.

 

Welche Arbeiten finden hier statt?

Mit den ersten Gründungsarbeiten wurde bereits im September 2022 begonnen. Die Electron Leitungsbau GmbH hat hierfür in Fensterbach (Oberpfälzer Landkreis Schwandorf) ein Baulager eingerichtet. Von dort aus werden die einzelnen Bauteile zu den jeweiligen Maststandorten gefahren, wo die Vormontagen und Maststockungen stattfinden. Wenn alle Maste errichtet sind, beginnen wir schon im Februar 2023 mit den Seilarbeiten.

 

Welche besonderen Herausforderungen gibt es hier?

Es handelt sich vorliegend um ein sehr interessantes Gebiet, das stellenweise Unebenheiten und Bodenfeuchte aufweist. Es gibt insgesamt viel Wasser, z.B. viele Fischteiche. Wir erwarten einige Drainagen in den Böden – die im Anschluss von uns aber selbstverständlich wieder instandgesetzt werden. Im vorderen Abschnitt ist das Gelände uneben. Daraus können sich immer mal wieder kleinere Herausforderungen ergeben, zum Beispiel beim Aufstellen der Kräne. Es könnte vorkommen, dass wir auch die Arbeitsflächen begradigen müssen, um gemäß unseren Sicherheitsauflagen arbeiten zu können. An Waldstandorten müsste ein Freischnitt für den zu errichtenden Mast erfolgen.

Eine echte Herausforderung sind jedoch die Kreuzungen mit vorhandener Infrastruktur. Insbesondere die Querung der Autobahnkreuzung A6. Die Kreuzung wird bei den Arbeiten von uns mit einem aufwendigen Gerüst und einer Netzeindeckung geschützt. Ferner erfolgt bei Schwandorf, Wernberg-Köblitz und Schmidgaden auch eine Kreuzung mit der bestehenden Hochspannungsleitung. Für das Auflegen der neuen Leitungen haben wir nur ein kurzes Zeitfenster, da wir nicht übereinander bauen dürfen.

 

Und was ist nun draußen für Neugierige zu sehen?

Ein paar Schritte haben wir schon hinter uns. Aufmerksame Beobachter haben z.B. den Wegebau verfolgt. Um zu den Maststandorten zu kommen, mussten wir temporäre Baustraßen einrichten, entweder mit Stahlplatten im leichten Wegebau oder mit Schotter und Geovlies im schweren Wegebau. Zudem wurden bereits Baugruben ausgehoben, Mastunterteile eingesetzt und beispielsweise auch Mastvormontagen durchgeführt. Mittlerweile haben wir bereits einige Fundamente betoniert und ganz aktuell stand im November 2022 der Beginn der Bohrpfahlgründungen an. Die ersten Maststockungen haben ebenfalls im November 2022 begonnen.

 

Seit wann ist Electron denn für und mit TenneT tätig?

Seit 2010 gab es die ersten Berührungspunkte mit der TenneT TSO GmbH in kleineren Projekten. Ab 2020 konnten wir die Zusammenarbeit intensivieren und führten sogenannte Stromkreissanierungen durch, setzten ein Neubauprojekt im Raum Bremen um und haben eine Leitungsverstärkung bei Erlangen ausgeführt.

 

Welche Spezialisierungen bringt Electron Leitungsbau ein?

Über all die Jahre konnten wir viel Knowhow im Leitungsbau sammeln und einen modernen und leistungsfähigen Fuhrpark aufstellen. Mit unseren hochqualifizierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen haben wir uns in den letzten Jahren auf Seilarbeiten in den Spannungsebenen 110-380kV spezialisiert. Gleichwohl wickeln wir Projekte von der Planung bis hin zur Abnahme ab.

 

Welche spannenden Punkte stehen in Ihrer Firmengeschichte?

Unser Unternehmen blickt auf eine 100-jährige Firmengeschichte zurück. In den Anfängen war das Unternehmen hauptsächlich in den Niederlanden tätig und seit 1990 ist die Firma Electron auch auf dem deutschen Markt aktiv. Im Jahr 2019 haben wir ein österreichisches Tochterunternehmen und im darauffolgenden Jahr eine deutsche Beteiligung aufgebaut.

 

Wie groß ist Ihr Unternehmen heute und was sind z.B. Ziele?

Derzeit beschäftigt die Electron etwa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter befinden sich ca. 150 Leitungsmonteure. Wir sehen uns gerne als flexiblen Partner mit Handschlagqualität. Für die Zukunft ist eine Verstärkung im Bereich Engineering geplant. Unser wichtigstes Ziel ist es aber, für alle Fälle, also auch im seltenen Fall von Störungen, sofort zur Stelle sein zu können.

Frau Gerhardt, wir danken für Ihre Zeit!