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SuedOstLink Bohrkern

Von der Bohrung bis zur finalen Planung: So berücksichtigt TenneT die Bodenverhältnisse vor Ort

Um SuedOstLink im Einklang mit der Natur und Umwelt in der Region zu planen, nehmen wir mehrere tausende Bohrungen zur Erfassung und digitalen Kartierung verschiedener Bodentypen vor. Diese den Planungen vorausgehenden Untersuchungen nennen sich Baugrunduntersuchungen und liefern präzise Daten über bodenphysikalische und geologische Gegebenheiten. Denn erst durch ein genaues Verständnis seiner Struktur kann der Boden sowohl in der Bauphase als auch später im Betrieb der Erdkabelleitungen bestmöglich geschützt werden.

 

Für die Bodenuntersuchungen nutzen wir verschiedene Verfahren. Sie unterscheiden sich in ihrer Funktion, Tiefe und hinsichtlich des eingesetzten Geräts. Je nach Anforderung werden entweder Kleinrammbohrungen, Rammsondierungen, Rotationskernbohrungen oder Schürfe vorgenommen. Das Bohrverfahren ist beispielsweise davon abhängig, ob im näheren Umfeld der Bohrung die Kabel später offen im Graben oder durch Unterbohrungen verlegt werden sollen.

 

In der Regel werden Kleinrammbohrungen mit Durchmessern von 36 bis 80 Millimetern durchgeführt, um Informationen über den Bodenaufbau oder Bodenproben zu gewinnen. Hierbei wird mit einem Schlaggerät eine einseitig offene, hohle Stahlsonde in den Boden bis auf eine Tiefe bis zu fünf Metern eingebracht. Diese Stahlsonde beinhaltet nach dem Herausziehen aus dem Boden das zu analysierende Probenmaterial (Kern).

 

Im Gegensatz dazu wird bei der Rammsondierung kein Kern gewonnen. Stattdessen wird eine Sondierspitze mit einem Gewicht in den Boden getrieben, welches durch konstante Fallhöhe immer die gleiche Kraft beim Schlag ausübt. Dabei wird die Anzahl der Schläge für eine vorher definierte Tiefe gezählt. Bei diesem Verfahren kann so anschließend die Lagerungsdichte des Bodens ermittelt werden.

 

Rotationskernbohrungen kommen dann zum Einsatz, wenn eine Kleinrammbohrung nicht ausreichend ist, etwa weil eine größere Tiefe erreicht werden muss oder ein größerer Durchmesser des Bohrlochs notwendig ist. Auch die „Rammbarkeit“ des Bodens kann ausschlaggebendes Kriterium sein. Welche Art der Rotationskernbohrung eingesetzt wird, ist von vielen Faktoren abhängig und wird vom Baugrunddienstleister festgelegt.

 

Um zu erfahren, wie die oberflächennahen Bodenschichten angeordnet und beschaffen sind, hilft uns ein Schurf. Dabei entnimmt ein Bagger Bodenmaterial bis etwa 1,7 Meter Tiefe. Es entsteht eine kleine Grube, deren Wände uns Aufschluss über den Aufbau des Bodens geben. Daran können die einzelnen Bodenschichten in ungestörter Beschaffenheit erkannt und aufgenommen werden. Außerdem können gezielte Bodenproben aus den einzelnen Schichten entnommen oder Versuche zur Versickerung von Wasser durchgeführt werden, um die Bodendurchlässigkeit zu untersuchen.

 

Nach Fertigstellung werden die Bohrlöcher schichtgerecht verfüllt und anhand der Proben im Labor weitere bodenphysikalische und geotechnische Daten ermittelt. Die Erkenntnisse aus den Bohrprofilen und die Ergebnisse der Analysen werden im Zuge verschiedener Fragestellungen ausgewertet und bilden anschließend die Grundlage für die technische Umsetzung des Leitungsverlaufs. Sie sind dadurch ein wesentlicher Bestandteil bei der Erstellung der finalen Unterlagen, die TenneT im Rahmen des Genehmigungsverfahrens bei der Bundesnetzagentur einreicht.