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Kuhbild

Rehkitze gerettet – auch weil TenneT-Kollegen halfen

Rehkitz Rettung

Sie suchten Schutz im hohen Gras – ausgerechnet unter Leitungen der TenneT-Mittelachse. Als sich Regen ankündigt, will der Bauer plötzlich mähen – für die Wildtierretter beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Für die Kollegen der Bauleitplanung ebenfalls…

Eine satte grüne Wiese – mitten in Schleswig-Holstein. Christian Stölting vom Verein für Wildtierrettung Großenaspe weiß, wer hier gern Unterschlupf sucht: knuffige kleine Kitze. Doch der ehrenamtliche Tierfreund kennt auch die Gefahr, die den Rehbabys droht. Dann, wenn der Mähdrescher kommt.

Mit seinen Drohnen hat er schon viele Kitze aufgespürt und gerettet. Jetzt erlebte er seinen eiligsten Fall – und das mit einem wunderbaren Happy-End. 

Die ganze Geschichte – und was zwei TenneT-Mitarbeiter mit der Rettung von gleich sechs Mini-Rehen zu tun haben – von Anfang an:

Stölting hat den Antrag zum Rehkitz-Rettungsflug bereits gestellt – bei der Fremd- und Bauleitplanung Bereich GFO-G-XT-NOX in Lehrte. Denn die Wiese, auf der der Tierfreund die schutzlosen Vierbeiner mit der Drohne aufspüren will, liegt unter einer TenneT-Leitung der 380-kV-Mittelachse. Unter Stromleitungen sind Drohnenflüge ohne eine Freigabe aus Lehrte nicht erlaubt.

Doch dann schlägt der Landwirt, dem eine der Wiesen gehört, am frühen Nachmittag Alarm: „Eine Regenfront naht. Ich muss meine Wiese schon morgen früh mähen.“ Plötzlich muss alles viel schneller gehen als alle gedacht haben. Stölting hakt bei TenneT nach – und trifft ins Herz. Markus Wicker von der Bauleitplanung sagt ohne Zögern: „Alles andere bleibt erst mal liegen.“ 

Seinen Feierabend verschiebt er. Er prüft den Antrag, bewertet ihn und gibt in seiner Stellungnahme das Okay für den Drohnenflug unter den Mittelachsen-Leitungen. Es ist längst Abend und der Countdown läuft. Nur noch wenige Stunden: um fünf Uhr morgens soll die Drohne bereits fliegen, rechtzeitig bevor der Mähdrescher kommt. Markus Wicker erwischt auch seinen Chef am Abend. Hans-Günter Weike muss die Genehmigung erteilen. Erst mit seiner Unterschrift gibt‘s grünes Licht für die Rehkitz-Drohne.

Wenige Stunden später startet die Drohne mit hochauflösender Wärmebild-Kamera. Sechsmal ortet sie Kitze. Per Funk dirigiert Drohnen-Pilot Stölting sechs sogenannte Läufer - wie Ann-Marie Hamester (Foto) .zu den Fundstellen. Mit einem Cacher fangen sie die Kitze ein und setzen sie in eine belüftete Schutzbox. Direkt nach dem Mäher-Einsatz setzt das Stölting-Team die jungen Wildtiere wieder frei. Sie haben überlebt – und die Hochgeschwindigkeits-Genehmigung unserer Fremd- und Bauleitplanung hat – bei aller Sorgfalt - zu diesem Wiesen-Märchen beigetragen.

Hans-Günter Weike erklärt: „Wir haben viele ähnliche Anfragen, kommen manchmal nicht hinterher. Aber selbstverständlich versuchen wir alles möglich zu machen. Wir freuen uns sehr über unseren gern geleisteten Beitrag zur Rettung dieser sechs Rehkitze. Wir haben großen Respekt vor dem Einsatz der Wildtierschützer und bewundern ihre Arbeit.“ Wildtierretter Christian Stölting ist TenneT ganz besonders dankbar: „Die Reaktion und Hilfsbereitschaft aller Mitarbeiter war außerordentlich, so menschlich. Ich finde es klasse, dass TenneT-Kollegen so unkompliziert unseren Antrag vorgezogen haben und den Feierabend Feierabend sein ließen. Das ganze Team hat einen großen Anteil an dieser phantastischen Rettung.“

Mit der TenneT-Genehmigung gehen Stölting und sein Team auch in den nächsten Tagen an der Mittelachse auf Tour, um Rehkitze aufzuspüren. Ganz sicher werden da noch mehr Kitze vor dem Mähtod gerettet. Auch dank TenneTs Hilfe.

Kontakt

Peter Hilffert

Peter Hilffert

Pressereferent - Onshore für Schleswig-Holstein und Niedersachsen