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Donau Donaustauf

Querung der Donau bei Pfatter: Fragen zum aktuellen Planungsstand an unseren Experten Philipp Neidhardt

Hallo Philipp, zunächst eine Frage zu Deiner Person: Was genau sind Deine Aufgaben als Teilprojektleiter Tiefbau?

Grundsätzlich bin ich für alle Tiefbauarbeiten im Projekt SuedOstLink zuständig. Im Moment kümmere ich mich zum Beispiel um die Ausschreibung für die Firmen, die uns bei der Verlegung der SuedOstLink-Kabel unterstützen werden. Außerdem bin ich Ansprechpartner für alle Kolleginnen und Kollegen im Projekt, die Fragen rund um das Thema Tiefbau haben. Wenn die Bauphase dann beginnt, behalte ich den Überblick über die Umsetzung aller Arbeiten.

 

Was ist für Dich persönlich das Reizvolle an der Planung der Donau-Querung?

Das Spannende an der Donau-Querung ist die technische Herausforderung – nicht allein wegen der Breite und Tiefe des Flusses, sondern unter anderem auch wegen der besonderen Beschaffenheit der Böden im Uferbereich. Zur Durchführung der Querung muss ein komplexes, technisches Sonderbauwerk errichtet werden, welches wir bei der Querung anderer Gewässer nicht benötigen. Auch die Spezial-Maschinen, die wir für die Unterquerung der Donau brauchen, sieht man nicht aller Tage. Das ganze Projekt ist also ein spannendes Zusammenspiel aus umfangreichen Vorbereitungen, präziser Technik und hochqualifiziertem Fachpersonal vor Ort.

 

Wie soll die Querung der Donau praktisch ablaufen? Welche Maschinen kommen zum Einsatz?

Bei der Querung der Donau werden wir von beiden Uferseiten aus sogenannte Pilotbohrungen in die Tiefe bringen, die den Weg für die SuedOstLink-Erdkabel freimachen. Die Bohrköpfe werden sich dann ungefähr auf halber Strecke unter der Donau treffen und die beiden Bohrlöcher miteinander verbinden. Im Fachjargon bezeichnet man dieses Vorgehen als „Intersect“ oder auch als „Meeting in the Middle“. Anschließend wird der eine Bohrkopf dem anderen hinterher geschoben. Das ist notwendig, weil die Bohrlöcher auf beiden Seiten der Donau mit Futterrohren, den Leerrohren, ausgekleidet werden. Man spricht hier von „Casing“. Die Futterrohre schützen zum einen unsere Erdkabel vor Beschädigung und sorgen zum anderen dafür, dass der Untergrund der Donau stabil bleibt. Für die Unterbohrung wird auf beiden Seiten der Donau je eine Bohranlage mit einer Zugkraft von 100 bis 150 Tonnen eingesetzt.

FOTO Bodenprobe Herold Hoogeboom machine

Im Herbst 2020 wurden insgesamt sieben Kernbohrungen in rund 15 Metern unter der Sohle der Donau durchgeführt. Was hat die Analyse der Bohrungen ergeben? Welche Erkenntnisse liefern die Bohrungen für die weitere Planung der Donau-Querung? 

Damit die Donau-Querung erfolgreich durchgeführt werden kann, ist es für uns wichtig zu wissen, wo der Untergrund des Flusses fest genug für eine Unterbohrung ist. Die Kernbohrungen vor zwei Jahren haben ergeben, dass sich unterhalb einer Kiesschicht in etwa zwölf Metern Tiefe eine Festgesteinsschicht befindet. Durch diese werden wir die SuedOstLink-Kabel verlegen können.

 

Welche Herausforderungen sind mit der Querung der Donau verbunden? Welche Probleme könnten auftreten und wie bereitet sich TenneT darauf vor?

Herausfordernd und zugleich sehr spannend ist natürlich, dass sich die Bohrköpfe, die von beiden Seiten der Donau aus niedergebracht werden, möglichst mittig unter dem Fluss millimetergenau aufeinanderpassend treffen sollen. Zwar sind die Bohrköpfe steuerbar, aber dennoch sind umfangreiche Berechnungen im Vorfeld nötig, damit alles reibungslos abläuft. In der Vorbereitung analysieren wir daher alle Risiken und versuchen sie so weit wie möglich zu minimieren. Und wenn sich die beiden Bohrungen dann wie geplant treffen, ist das auch ein ganz persönliches Highlight – der der Lohn für die detaillierte und langwierige Vorbereitung.

 

Kontakt

Benjamin Mignon

Benjamin Mignon

Bürgerreferent Abschnitt D1