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Natur-Tour: Mit dem Fahrrad durch’s Inhauser Moos

Trassenbefahrung mit Umwelt- und Naturschutzverbänden mal anders – und besser.

Trassenplanung bedeutet in vielen Fällen: Den bestmöglichen Ausgleich zu finden zwischen Wohnumfeldschutz auf der einen und Umwelt- und Naturschutz auf der anderen Seite. Im Zuge der Grobtrassierung Ende März haben wir individuelle Gespräche mit den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern voraussichtlicher Maststandorte geführt. Nun hat unser Projektteam zielgerichtet den Austausch mit Menschen gesucht, die sich besonders gut mit der lokalen Flora und Fauna auskennen und sich für sie einsetzen. Weil das Inhauser Moos südlich von Haimhausen einen besonders sensiblen Naturraum darstellt, haben wir diese Region für unser neues Dialog-Format ausgewählt.

Dazu haben wir Vertreterinnen und Vertreter lokaler Vereine und Verbände nach Unterschleißheim eingeladen, u.a. den BUND Naturschutz, den Landesbund für Vogelschutz, den Dachauer Moos Verein, den Landschaftspflegeverband und die Jagdpächtervereinigung Haimhausen. Den Einstieg, eine kurze Vorstellung von Planungsstand und Untersuchungsrahmen, haben wir bewusst kurz gehalten, um direkt zum eigentlich wichtigen Tagesordnungspunkt zu kommen: der Fahrradrundfahrt entlang der Trasse mit Fokus auf Umweltthemen.

 

Erkenntnisgewinn auf beiden Seiten

Acht Stationen im Inhauser Moos und an der Amper, rund acht Kilometer einfach, dreieinhalb Stunden Zeit „im Gelände“: Viel Gelegenheit für Julia Altmannshofer vom beauftragten Umweltplanungsbüro, um die naturschutzfachlichen Aspekte beim Ersatzneubau Oberbachern-Ottenhofen zu erläutern. Sie erklärte ausführlich und mit viel Raum für Rückfragen, welche Landschaftstypen und Lebensräume bislang erhoben, untersucht und bewertet wurden – und was in den kommenden Monaten noch bevorsteht. Zusammen mit Thomas Segura, der im Projekt für die spätere Bauausführung zuständig ist, konnte sie zahlreiche Fragen dazu beantworten, wie die ökologischen Rahmenbedingen bislang in die Planung und Variantenfindung eingeflossen sind. Sie gaben einen Ausblick darauf, welche Auswirkungen neue Erkenntnisse auf die weitere Planung und die spätere Bauphase haben und wie man die Beeinträchtigung der Natur minimieren und ausgleichen kann – immer im Rahmen des aktuellen Planungsstands, bei dem längst noch nicht alle nötigen Untersuchungen erfolgt und alle planerischen Entscheidungen gefallen sind. 

Neben der Vermittlung von detaillierten Fachinformationen und der Klärung von Sachfragen hatte die sommerliche Fahrradtour aber noch ein zweites Ziel: Wir wollten von den ortskundigen Expertinnen und Experten erfahren, worauf wir bei den ausstehenden Analysen aus ihrer Sicht besonders achten müssen. Auch wenn im Projekt ausgewiesene Fachleute tätig sind, können sie das lokale Know-how nicht aufwiegen. Und so haben wir zahlreiche Hinweise aufnehmen können, zu Nachtfaltern und Kiebitzen, zu Kompensationsflächen, ökologischem Trassenmanagement und vielem mehr. 

 

Trotz bestem Frühsommerwetter konnten natürlich nicht alle Differenzen zwischen den Tour-Teilnehmerinnen und -teilnehmern beseitigt werden, das war auch nicht das Ziel der Fahrrad-Reise. Aber gerade das dynamische Format hat dazu geführt, dass einige Missverständnisse ausgeräumt wurden und das Verständnis für die jeweils andere Sichtweise ein Stück weit gewachsen ist.