Skip to content
Beispiel für Freileitungsprovisorien

Nachgefragt: Was sind eigentlich Leitungsprovisorien?

Was sind Provisorien?

Leitungsprovisorien werden immer dann eingesetzt, wenn beim Bau einer neuen Stromleitung bereits bestehende Leitungen gekreuzt werden oder man sich diesen stark annähert. Provisorien sorgen dafür, dass der Betrieb der Bestandsleitungen auch während der Baumaßnahmen an der neuen Leitung aufrechterhalten werden kann. 

Zu diesem Zweck ersetzen Provisorien nach ihrer Errichtung vorübergehend Teile von Bestandsleitungen und übernehmen deren Aufgaben. Der dadurch gewonnen Platz schafft den notwendigen Freiraum, um die anstehenden Bauarbeiten für die neue Leitung durchführen zu können. 

Die eingesetzten Provisorien tragen somit unmittelbar dazu bei, die gegenwärtige Versorgung mit Strom abzusichern, während die zukünftige bereits gebaut wird. Die Errichtung der Leitungsprovisorien ist daher eine der ersten sichtbaren Baumaßnahmen eines Leitungsbauprojektes. Nach Abschluss der Baumaßnahmen für die neue Leitung können die Provisorien vollständig zurückgebaut werden.

Wie sehen Provisorien aus?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Freileitungsprovisorien und Baueinsatzkabeln. Die Auswahl der Technik hängt von den jeweiligen örtlichen Bedingungen ab. Hierzu zählen der vorhandene Platz, die Bodenverhältnisse, Kreuzungen mit anderen Anlagen sowie weitere technische oder umweltfachliche Aspekte. Auch eine Kombination von Freileitungs- und Kabelprovisorien ist möglich. 

Freileitungsprovisorien bestehen in der Regel aus Stahlprofilen, die nach dem Baukastensystem durch Schraubverbindungen in jeder gewünschten Größe errichtet werden können. Zumeist sind sie etwa 14 Meter hoch und werden im Abstand von etwa 200 Metern errichtet. Durch Stahlseile wird das Provisorium an Erdankern befestigt. Betonierarbeiten sind dafür nicht erforderlich.

Baueinsatzkabelprovisorien kommen da zum Einsatz, wo aufgrund des zu geringen Platzes keine Freileitungsprovisorien aufgestellt werden können. Anders als dauerhaft installierte Erdkabel werden Baueinsatzkabel nicht unter, sondern auf dem Erdboden verlegt. Die in Anspruch genommene Fläche ist abhängig von der benötigten Übertragungsleistung sowie dem eingesetzten Kabelmodell. Für den provisorischen Betrieb einer 220-kV-Bestandsleitung wie der zwischen dem Umspannwerk Conneforde und dem Norden der Stadt Cloppenburg würden sechs parallel verlegte Kabel eingesetzt. Daraus ergibt sich eine Trassenbreite von etwa sechs Metern. 

Am Anfang und am Ende eines solchen Abschnitts stehen, vergleichbar mit einer Kabelübergangsanlage, provisorische Kabelgestelle. Hier werden die Baueinsatzkabel mit den Leiterseilen der Freileitung verbunden und am Mastgestänge nach unten bzw. oben geführt.

Alle Informationen zum Einsatz von Schutzgerüsten und Provisorien finden Sie zusammengefasst in diesem Factsheet.

  • Beispiel für Freileitungsprovisorien

    Beispiel für Freileitungsprovisorien

  • Beispiel für ein Baueinsatzkabelprovisorium

    Beispiel für ein Baueinsatzkabelprovisorium

Kontakt

Eva katrin maier

Eva Katrin Maier

Referentin für Bürgerbeteiligung