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mast gefotografeerd van onderen

Nachgefragt: Was sind eigentlich Grundwassermessstellen?

Kleine Maßnahme, große Bedeutung: Grundwassermessstellen spielen eine entscheidende Rolle im Leitungsbauprojekt Conneforde – Cloppenburg – Merzen. Über ihre Funktion und Verwendung erfahren Sie in diesem Artikel mehr!

Warum errichtet TenneT Grundwassermessstellen?

Strommasten sind großen Kräften ausgesetzt. Von großer Wichtigkeit ist ihre stabile Verankerung im Boden. Jeder Mast steht daher auf Stahl- oder Stahlbetonfundamenten, die zuvor in den Boden eingebracht werden. Doch Boden ist nicht gleich Boden – hier gibt es viele Faktoren zu beachten.

Ein wichtiger Faktor ist dabei der Grundwasserspiegel. Samuel Strecker, Teilprojektleiter im Bau, zeigt die Individualität dieses Faktors auf: „In den Moorgebieten, welche wir in großer Anzahl auf unserer Strecke haben, liegt der Grundwasserspiegel quasi auf Höhe der Erdoberfläche. Viele Gebiete hier sind sogar temporär überschwemmt. Auf anderen Streckenabschnitten kann dies schon wieder ganz anders aussehen und wir treffen erst in größerer Tiefe auf Grundwasser.“

Wie genau beeinflusst das Grundwasser die Strommasten?

Unter jedem Mast befinden sich vier vertikale Fundamente im Boden, die sogenannten Tiefengründungen. Die Fundamente werden mit speziellen Bohrgeräten oder Rammen hergestellt. Bei Tiefengründungen mit einem Bohrgerät muss nach der Bohrung zusätzlich ein etwa 1,5 Meter tiefer, rechteckiger Schacht um das Bohrloch herum ausgehoben werden.

Hier kommt das Grundwasser ins Spiel: Liegt der Grundwasserspiegel oberhalb dieser Schachtung, wird sich diese genau bis zur Höhe des Grundwasserspiegels mit Wasser füllen. Und das ist problematisch.

mast final Grundwassermessstellen

Samuel Strecker verdeutlicht den Sachverhalt an einem Schwamm: „Versucht man einen nassen Schwamm nur auf der einen Hälfte auszuwringen, dann wird diese Hälfte nicht lange trocken bleiben. Das Wasser aus der nassen Hälfte wird sich nach und nach wieder im gesamten Schwamm verteilen. In Bezug auf den Leitungsbau bedeutet das, dass wir im Fall eines sehr hohen Grundwasserspiegels spezielle Entwässerungstechniken einsetzen müssen, die das Wasser temporär und lokal um den Schacht begrenzt absenken, sodass dieser nicht mehr mit Wasser volllaufen kann.“

Die Schachtung wird später für die sogenannte Kopfausbildung benötigt. In der Kopfausbildung werden die Fußeckstiele der Stahlgittermasten mit den Tiefengründungen verbunden – so wird der Mast fest im Boden verankert.

Um auf ein solches Auftreten von Wasser sowie auf mögliche Schwankungen des Grundwassers in geringen Bodentiefen vorzubereitet zu sein, macht sich TenneT im Voraus ein Bild über den Grundwasserspiegel. Und genau hierfür werden Grundwassermessstellen errichtet.

Und was genau wird gemessen?

Grundwassermessstellen messen ausschließlich die Höhe des Grundwasserspiegels, weitere Analysen über Wasserqualität und Bodenverhältnisse werden nicht durchgeführt. Für die Messung wird ein ca. 8cm breites Rohr zwischen 6 und 12 Meter tief in die Erde eingelassen. In diesem Rohr pegelt sich nach und nach das Grundwasser ein. Ein kleines Messgerät, der sogenannte Diver, befindet sich in einer zuvor festgelegten und über den Zeitraum der Messung unveränderten Tiefe in dem Rohr. Dort misst es den Wasserdruck, der auf das Gerät wirkt. So kann berechnet werden, wie hoch das Wasser über dem Messgerät und unter der Erdoberfläche steht.

Nach außen hin ist die Messstelle weitgehend unscheinbar – lediglich ein Deckel sowie das obere Ende des Messrohrs sind sichtbar.

diver final Grundwassermessstellen

Kontakt

Eva katrin maier

Eva Katrin Maier

Referentin für Bürgerbeteiligung