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Blog Ostbayernring MSCDN Anlage

Inbetriebnahme MSCDN Anlage

Umspannwerk Schwandorf: TenneT und die Maschinenfabrik Reinhausen nehmen MSCDN Anlage zur Netzstabilisierung in Betrieb.

TenneT und die Maschinenfabrik Reinhausen haben vergangene Woche die neue MSCDN Anlage zur Netzstabilisierung im Umspannwerk Schwandorf in Betrieb genommen.

Umspannwerke für die Energiewende

Der Ausstieg aus Kernkraft und Kohle, der steigende Strombedarf und der notwendige Zubau von Erneuerbaren Energien stellt das bayerische Energiesystem vor große Herausforderungen. Das Höchstspannungsnetz, das den Transport erneuerbarer Energien von Nord nach Süd genauso sicherstellt wie die Integration von regional erzeugtem Grünstrom, ist dabei das Rückgrat der Energieversorgung. Dreh- und Angelpunkte sind dabei oft die Umspannwerke, die zusammen mit der Strominfrastruktur ein entscheidender Faktor für das Gelingen der Energiewende sind.

Umspannwerk Schwandorf

Das Umspannwerk Schwandorf ist das Versorgungszentrum der Oberpfalz. Altersbedingt sowie in Zusammenhang mit der Erneuerung des Ostbayernrings wird das Umspannwerk derzeit im laufenden Betrieb erneuert. Damit die Stromversorgung in der Region gewährleistet bleibt, kann das Umspannwerk sowie der Ostbayernring nicht über einen längeren Zeitraum abgeschaltet werden. Denn in Schwandorf werden insgesamt vier TenneT Höchstspannungsleitungen mit dem Verteilnetz der Bayernwerk AG verbunden. Der Strom wird von Schwandorf aus nicht nur in der Region verteilt, sondern auch der vor Ort erzeugte Strom aus Photovoltaik und Wind wird aufgenommen und in die Verbrauchszentren transportiert. Im Zuge der Modernisierung werden alle Schaltgeräte und Stahlkonstruktionen Schritt für Schritt demontiert, neu errichtet und in Betrieb genommen. Das Umspannwerksgelände wird dabei um etwa 3500 m² auf eigenem Grund vergrößert. Alle neu geplanten Transformatoren und Spulen werden dabei mit Schallschutzeinhausungen geplant, um die Geräuschemissionen zu minimieren, d.h. das neue Umspannwerk wird deutlich leiser.

TenneT investiert insgesamt rund 68 Millionen Euro in das Umspannwerk Schwandorf. 2,5 Millionen Euro werden für eine neue MSCDN Anlage der Maschinenfabrik Reinhausen aus Regensburg aufgebracht. Der gesamte Umbau wird voraussichtlich 2024 abgeschlossen.

MSCDN Anlage

Die Maschinenfabrik Reinhausen aus Regensburg entwickelt die sogenannte MSCDN (Mechanically Switched Capacitor with Damping Network) Anlagen, also innovative Kraftwerksgeneratoren für Umspannwerke. Die neue MSCDN Anlage im Umspannwerk Schwandorf übernimmt künftig Aufgaben, die bisher fossile Kraftwerke erfüllt haben, und stabilisiert somit das Übertragungsnetz. In der Umsetzung greift TenneT dabei bewusst auf bayerisches Know-how zurück und schafft mit rund 2,5 Millionen Euro Investitionsvolumen eine Wertschöpfung in der Region.

Die Hauptaufgabe der neuen MSCDN Anlage ist die Bereitstellung von Blindleistung zur Spannungsregelung. Denn um Strom zum Fließen zu bekommen, muss Spannung mittels Energie aufgebaut werden. Die Blindleistung muss stabil und gleichmäßig verfügbar sein und wurde bisher von fossilen Kraftwerken bereitgestellt. Mit dem Ausstieg aus Kernkraft und Kohle sowie der zunehmenden Einspeisung Erneuerbarer Energien unterliegt die Spannung im Stromnetz mittlerweile starken Schwankungen, die von den Übertragungsnetzbetreibern aufgefangen werden müssen. Mit der neuen MSCDN Anlage kann TenneT eigenständig Spannungsschwankungen auffangen und so das Übertragungsnetz stabilisieren.

Symbolische Inbetriebnahme

Am Donnerstag, den 6. Oktober 2022, nahmen Tim Meyerjürgens, COO von TenneT, und Wilfried Breuer, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Reinhausen, die neue MSCDN Anlage im Umspannwerk Schwandorf symbolisch in Betrieb. Tim Meyerjürgens betonte dabei noch einmal die Notwendigkeit und Dringlichkeit von Netzausbauprojekten: „Jeder erreichte Meilenstein und jede Teilinbetriebnahme hilft uns, die ambitionierten klimapolitischen Ziele des Freistaats zu erreichen, mehr Erneuerbare ins Netz zu integrieren, die Versorgungssicherheit bezahlbar, sicher und nachhaltig zu gestalten und uns durch die Nutzung von Erneuerbaren auch mehr und mehr unabhängig von fossilen Energieträgern und Stromimporten zu machen. Bei der Umsetzung der Energiewende sind wir auch auf innovative Entwicklungen und die Produktion hochkomplexer Technikkomponenten angewiesen. TenneT kann auf jahrelange Erfahrung und Know-how bayerischer Firmen zurückgreifen wie hier im Umspannwerk Schwandorf. Deshalb findet in Bayern nicht nur der Netzausbau statt, sondern die bayerische Industrie profitiert auch von der Energiewende.“

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    MSCDN Anlage - Symbolische Inbetriebnahme

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Kontakt

Johannes M. Reinoso Guerra

Johannes M. Reinoso Guerra

Referent für Bürgerbeteiligung