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Im Portrait: Georges Kaldy – Handarbeit und Dolmetschkunst

Georges Kaldy von der französischen Firma Eiffage hat tagtäglich mit Stahl zu tun. Der gebürtige Elsässer schraubt mit seinen Kollegen unzählige Mastteile zusammen, sorgt für die korrekte Positionierung der Leiterseile und wird die 220-kV-Bestandsleitung zwischen Emden und Conneforde demontieren. Welche Aufgaben er zudem noch hat und welches Gewicht an Schrauben pro Mast durch die Hände seines Teams gehen, erfahren Sie hier.

Im Portrait: Georges Kaldy – Handarbeit und Dolmetschkunst

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Was genau ist Ihre Aufgabe beim Bau der Leitung Emden – Conneforde?

Seit Anfang letzten Jahres bin ich im Freileitungsbau tätig und arbeite für Eiffage, ein französisches Bauunternehmen. Wir sind von TenneT beauftragt worden, die Masten der Leitung Emden – Conneforde im Bereich des Stapeler Moors zu errichten. Insgesamt sind das 17 Strommasten auf circa fünf Kilometern. Bevor wir mit unserer Arbeit beginnen, wurden die Masten bereits gegründet, also das Betonfundament gelegt. Wir sind danach für alles zuständig, was mit den Eisenteilen des Mastes zu tun hat. Wir montieren die Masten am Boden vor. Danach setzen wir die Teile mithilfe eines Kranfahrers zusammen und verschrauben sie fest. Das Verschrauben ist alles Handarbeit. 6,4 Tonnen an Schrauben fassen wir für einen Mast an, das sind acht volle Paletten an kleineren und größeren Schrauben.

Ist Ihre Arbeit abgeschlossen, sobald die Freileitungsmasten stehen?

Nicht ganz – wir ziehen auch die Leitungsseile auf die neue Höchstspannungsleitung auf. Sobald Strom durch die neue Leitung fließt, demontieren wir außerdem die Masten der 220-kV-Bestandsleitung. Die ganze Zeit achten wir darauf, Rücksicht auf die Umgebung zu nehmen, in der wir arbeiten. Daher halten wir viel Rücksprache mit den Landwirten, die die Felder hier bewirtschaften, und achten auf einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur. 

Sie kommen eigentlich aus dem Elsass. Hat das besonderen Einfluss auf ihre Arbeit?

Wir arbeiten in einem kleineren Team zusammen. Meist sind wir zu viert oder zu fünft. Ich habe im Team eine besondere Rolle, weil ich eine Ausbildung zum Übersetzer gemacht habe. Deshalb dolmetsche ich für meine französischen Kollegen, die nicht so gut deutsch sprechen. Das ermöglicht eine gute Kommunikation mit TenneT, den Landwirten und auch anderen Partnerunternehmen, die an der Errichtung der 380-kV-Leitung beteiligt sind.

Wie gefällt Ihnen denn die Arbeit in Nordwestdeutschland?

Natürlich ist die Region ganz anders als meine Heimat in Frankreich. Zunächst musste ich mich an den Nordseewind gewöhnen. Nun habe ich die Region aber in mein Herz geschlossen, was in erster Linie an den sympathischen Menschen liegt, mit denen wir im Kontakt sind. Ich habe bemerkt, dass vor allem Hilfsbereitschaft hier großgeschrieben wird: Erst vor ein paar Tagen ist einem meiner Kollegen das Auto kaputt gegangen, da wurde ihm umgehend geholfen und das Auto repariert. Solche Erlebnisse führen dazu, dass ich mich hier sehr wohl fühle.