Skip to content

Frühzeitige Artenschutzmaßnahmen: neuer Wohnraum für Feldlerche, Kiebitz & Co

Eine gute Nachricht für Kiebitze, Feldlerchen, Fledermäuse, Rotmilane und Schleiereulen – und damit auch für den Menschen: Beim Bau der neuen Höchstspannungsleitung Stade – Landesbergen hat TenneT auch 2022 umfangreiche „CEF-Maßnahmen“ umgesetzt. Das Wort klingt ziemlich abstrakt, aber wenn von CEF-Maßnahmen die Rede ist, geht es um etwas sehr Konkretes: Das Kürzel steht für „continuous ecological function“ und es lässt sich mit „Maßnahmen für die dauerhafte ökologische Funktion“ übersetzen.

Gemeint sind Projekte für den Artenschutz, die weit vor dem Beginn einer Baumaßnahme erfolgen. Wie beim Netzausbauprojekt Stade – Landesbergen: Da dieser zum Teil auch Eingriffe in natürliche Lebensräume zur Folge hat, muss TenneT dafür sorgen, dass die ökologische Funktion betroffener Flächen nicht gegenüber dem Originalzustand verschlechtert wird. Was heißt das? Wo durch den baulichen Eingriff Lebensräume verändert oder stark beeinträchtigt werden müssen, sorgt TenneT frühzeitig für neue hochwertige Lebensräume für die betroffenen Arten im unmittelbaren Umfeld, um den Lebensraum dieser Arten zu sichern. Daher bezeichnen wir CEF-Maßnahmen manchmal auch als vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen.

Beim Projekt Stade – Landesbergen konnten diese Artenschutzmaßnahmen nun gleich für drei Abschnitte vor dem jeweiligen Baubeginn umgesetzt und abgenommen werden: im Abschnitt 2 von Dollern bis Elsdorf, im Abschnitt 5 von Verden bis Hoya sowie im Abschnitt 7 von Steyerberg bis Landesbergen. In der Summe ist eine ansehnliche Zahl von Maßnahmen durchgeführt worden. Und auch die Vielfalt der CEF-Maßnahmen und die Größe der dafür bereitgestellten Flächen können sich sehen lassen:

So wurden insgesamt 250 Fledermauskästen aufgehängt, 176 davon allein im Abschnitt 2. Die Kästen werden an hochgewachsenen Bäumen angebracht und bieten den nachtaktiven Tieren Brut- und Schlafplätze. Auch für zwei weitere Vogelarten wurde eine neue Heimat geschaffen: Im Abschnitt 2 wurden drei künstliche Horste für Rotmilane in alten Bäumen installiert und ein Nistkasten für Schleiereulen in einer Scheune aufgehängt.

Die flächenmäßig größten Maßnahmen wurden für die Feldlerchen umgesetzt. Die unter Naturschutz stehenden Tiere benötigen aufgrund ihrer besonderen Lebens- und insbesondere Flugweise eine Art Startbahn. Zwischen Steyerberg und Landesbergen wurden sieben Flurstücke mit zusammen über 70.000 m² Fläche für die Entwicklung von Ackerbrachen, Blühstreifen und Schwarzbrachestreifen umgewandelt, sodass den Feldlerchen – und natürlich auch anderen Tieren – Flächen für den Nestbau und die Nahrungssuche zur Verfügung stehen. Die für dieselben Zwecke eingesetzte Fläche im Abschnitt 5 beträgt über 60.000 m², im Abschnitt 2 zwischen Dollern und Elsdorf sind es mehr als 30.000 m².

Weitere Flächen kommen schließlich dem Kiebitz zugute. Im Projektabschnitt 2 wurden für den zur Familie der Regenpfeifer gehörenden Watvogel auf zwei Flurstücken Blänken angelegt. Die kleinen flachen Gewässer, die nur zeitweise Wasser führen, gehören zu den bevorzugten Lebensräumen der Kiebitze. Zusätzlich werden die über 130.000 m² großen Kompensationsflächen als extensives Grünland genutzt, um eine ungestörte Brut und eine ausreichende Nahrungsgrundlage für die Vögel zu gewährleisten. Hier darf darum erst nach dem 15. Juni eines Jahres erstmalig gemäht werden.

Mit der Bandbreite dieser Maßnahmen wird TenneT seiner Aufgabe gerecht, für geschützte Arten neue Lebensräume zu schaffen, um den Eingriff durch den Leitungsbau möglichst gering zu halten – zum Wohl heimischer Arten wie Feldlerche, Kiebitz & Co.

  • Schutzraum für Fledermäuse

    Schutzraum für Fledermäuse kann auch eine von Menschenhand geschaffene Baumhöhle sein.

  • Schild Umweltmaßnahmen Stade – Landesbergen

    Wenn die Umweltmaßnahmen erfolgt sind, stellt TenneT Schilder dazu auf und erläutert die Maßnahme.