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Der Ostbayernring im Bau: Die Bodenkundliche Baubegleitung

Der Ostbayernring im Bau: Die Bodenkundliche Baubegleitung

Um die Masten des Ostbayernrings sicher im Boden verankern zu können, müssen Rohre und Stahlträger in den Baugrund eingelassen werden. Damit hierbei keine Umweltschäden entstehen, werden die Bauarbeiten von Expertinnen und Experten für Bodenkunde begleitet. Das Ingenieurbüro IHB GmbH sorgt im Abschnitt zwischen Redwitz und Mechlenreuth dafür, dass die natürlichen Bodenfunktionen beim Bau der Leitung erhalten bleiben. Nachdem wir Ihnen im vorausgegangenen Beitrag die ökologische Baubegleitung vorgestellt haben, geben wir Ihnen hier einen Einblick in die Arbeit der sogenannten Bodenkundlichen Baubegleitung.

Die Aufgaben der Bodenkundlichen Baubegleitung

Die Bodenkundliche Baubegleitung kümmert sich um die Planung und Überprüfung von Maßnahmen zum Schutz des Bodens. Durch alle Bauphasen des Ostbayernrings hindurch, das heißt von der Bauvorbereitung bis zur Wiederherstellung der vorübergehend genutzten Flächen, beraten die Expertinnen und Experten der Bodenkundlichen Baubegleitung TenneT und die ausführenden Bauunternehmen zu Themen des Bodenschutzes. Dabei prüfen sie ebenfalls, ob die im Bundes-Bodenschutz-Gesetz und im Planfeststellungsbeschluss enthaltenen Bestimmungen eingehalten werden. Damit ist die Bodenkundliche Baubegleitung (BBB) die Schnittstelle zwischen Behörden, Planern und Baufirmen.

Damit eine bodenschonende Arbeitsweise möglich wird, müssen zunächst standortspezifische Besonderheiten auf den Baustellen ausgewiesen werden. Durch die Erfassung verschiedener Bodenparameter oder der Niederschlagswerte können die Bodenschutzexpertinnen und Bodenschutzexperten an die jeweiligen Standorte angepasste, umweltschonende Arbeitsweisen empfehlen. So hilft beispielsweise eine Bodenfeuchtemessung dabei, die Befahrbarkeitsgrenzen von Baumaschinen so festzulegen, dass der Boden durch die späteren Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt wird.

Die tägliche Arbeit am Ostbayernring

Die Bodenkundliche Baubegleitung spielt aber nicht nur beim Thema Umweltschutz eine Rolle. Auch Landwirte und Förster, die auf die Erhaltung der Ertragsfähigkeit und Produktivität ihrer Flächen ange­wiesen sind, profitieren von der Arbeit der Bodenkundlichen Baubegleitung. Sie sorgt dafür, dass der durch die Baumaßnahmen vorübergehend beanspruchte Boden durch eine angepasste Arbeitsweise so geschützt wird, dass keine irreversiblen Schäden entstehen können. Dadurch können die betroffenen Landwirte und Förster ihre Flächen nach der Fertigstellung des neuen Ostbayernrings wieder vollständig nutzen. Zudem bewirken Rekultivierungsmaßnahmen, dass der Flächenverbrauch durch den neuen Ostbayernring möglichst gering ausfällt. Hierzu wird beispielsweise der Bodenaushub, der bei den Bodenarbeiten für das Herstellen der Fundamente anfällt, fachgerecht zwischengelagert. Somit kann dieser, nachdem die Masten errichtet sind, wieder ohne weitere Beeinträchtigungen an seinen Herkunftsort zurückverlagert werden. Sobald die Flächen nach Bauabschluss im rekultivierten Zustand wieder an die Flächeneigentümer übergeben werden, ist die Arbeit der Bodenkundlichen Baubegleitung erfolgreich abgeschlossen.

Um kompetente Empfehlungen zum Bodenschutz abgeben zu können, benötigt man eine ent­sprechende Ausbildung. Im Ingenieurbüro IHB GmbH arbeiten Geoökologen und Geoökologinnen neben Expertinnen und Experten für Umweltressourcenmanagement. Einer dieser Experten ist Peer Synwoldt. Seine Arbeit findet vor allem im Gelände statt. Deshalb sind nicht nur theoretische Kennt­nisse wichtig, wie er sagt: „Auf der Baustelle muss man auch mal praktisch anpacken und gut kommunizieren können“.

Nach ein paar Stunden auf der Baustelle setzt sich der typische Arbeitstag in der Bodenkundlichen Baubegleitung im Büro fort. Dort werden unter anderem die erfolgten Messungen dokumentiert, Protokolle geschrie­ben und ein Maschinenkataster geführt. Das Maschinenkataster ist ein Instrument zur Steuerung eines möglichst bodenschonenden Maschineneinsatzes. Es enthält Daten zu den Kontaktflächen der Bau­maschinen, aus denen Einsatzgrenzen abgeleitet werden können.

Im nächsten und letzten Beitrag unserer dreiteiligen Reihe über die Baubegleitenden Maßnahmen erfahren Sie alles über die hohen Sicherheitsstandards auf den Baustellen des Ostbayernrings und wie der sogenannte „SiGeKo“ (Sicherheitskoordinator) deren Einhaltung sicherstellt.

Kontakt

Markus Kretzler

Markus Kretzler

Referent für Bürgerbeteiligung