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Das Maststahllager in Niesetal

Das Maststahllager in Niesetal

Die 380 kV Leitung Wahle-Mecklar ist ein Schlüsselprojekt um das Netz in der Mitte von Deutschland von Nord nach Süd zu verstärken und für die Energiewende zu rüsten. Dafür müssen auf der Gesamtlänge von 230 km zahlreiche Masten und Leitungsabschnitte gebaut werden. Doch woher kommt eigentlich der Stahl zu den Monteuren vor Ort und wo werden die großen Materialmengen gelagert?

In Niestetal, außerhalb von Kassel, befindet sich ein solches Maststahllager. Auf über 70.000 Quadratmetern bzw. 10 Fußballfeldern wird der Stahl für die Wahle-Mecklar Leitung angeliefert, geprüft, gelagert und weiterverwendet. Pro Monat werden rund 1.000 Tonnen Stahl angeliefert. 

Dabei handelt es sich nicht um beliebige Stahlprodukte. Im Betrieb müssen die Masten wechselnden Lasten standhalten. Daher muss der verwendete Stahl sowohl eine hohe Zähigkeit als auch eine hohe Festigkeit besitzen. Zusätzlich muss das Material auch dem Wetter trotzen können – jedes Einzelteil ist daher vollverzinkt und abschließend mit einer Deckbeschichtung versiegelt. Somit eignet sich der verwendete S53 Stahl ideal, um die anspruchsvollen Anforderungen zu erfüllen. Um die hohe Qualität zu sichern, wird die Beschichtung zudem noch vor Ort mit einem Schichtenmesser auf die Eignung geprüft. 

Eignungsprüfung der Beschichtung durch Schichtenmesser

Ein einzelner Mast bringt es auf durchschnittlich 75 Tonnen- also rund 50 PKWs! Davon bringen es schon die ca. 8.000 Schrauben auf über viereinhalb Tonnen. Damit bei diesen enormen Mengen an Einzelteilen der Überblick nicht verlorengeht, setzt Logistikmanager Helmut Otten (Fichtner) auf ein ausgeklügeltes Lagerungssystem. Das gesamte Material befindet sich sorgfältig geordnet und nach Verwendungszweck unterteilt. Pro Mast sind Flächen ausgezeichnet, auf denen die entsprechenden Materialen beschriftet gelagert werden – sogenannte Collies. Somit haben die ausführenden Bauunternehmen einen schnellen Zugriff auf die Materialen vor Ort und Verzögerungen durch fehlende Bauteile oder redundante Transportstrecken können vermieden werden. 

Im Collie 1 fand man im Frühling einen besonderen Anblick: den auf der Seite liegenden Masten D10, eine bewusste Maßnahme um den Leitungsbau in einer besonders komplexen Situation vorzubereiten:

Der Mast D10 ist mit rund 200 Tonnen und einer Höhe von 92 Meter einer der größten Masten des gesamten Projekts. Rund drei Mal so schwer und deutlich höher als  ein regulärer Mast, weist der Mast eine besondere Konstruktion auf.  Auch als Kreuztraversenmast bezeichnet trägt er auf den ersten beiden Traversen die 380 kV Wahle-Mecklar Leitung und hat zudem zwei weitere Traversen, da auf dem Streckenstück sowohl die 380 kV Leitung Würgassen-Bergshausen als auch eine 110 kV Leitung der Deutschen Bahn mitgenommen wird.  

Niestetal wahle mecklar

Leitungen auf den Traversen des Mastes D10

Die Herausforderung bei dem Bau ist es die komplexen Sicherheitsbedingungen zu berücksichtigen. Am Standort befindet sich auf beiden Seiten eine Bestandsleitung im Betrieb. Um bei diesem speziellen Masten  keine Überraschung zu erleben, bauten die Monteure den Mast daher probeweise liegend auf dem Boden auf. Somit konnten eventuelle Probleme bereits in der Probemontage gelöst werden und der Mast kann trotz der komplexen Leitungsführung ohne Zwischenfälle montiert werden.

Probemontage vor Ort

Probemontage vor Ort


 

Kontakt

Andreas Jaeger

Andreas Jaeger

Referent für Bürgerbeteiligung Wahle–Mecklar
Dr. Marco Bräuer

Dr. Marco Bräuer

Referent für Bürgerbeteiligung Wahle–Mecklar