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Biberspuren in Weißdorf

Zum Ende des Jahres gab es entlang des neuen Ostbayernrings eine Überraschung: Im Abschnitt zwischen Redwitz und Mechlenreuth im Gemeindegebiet Weißdorf hat sich ein Biber an zwei Bäumen zu schaffen gemacht. Die Bäume wurden im Rahmen einer Kompensationsmaßnahme für den Bau des neuen Ostbayernrings als Habitatbäume und zur Aufhängung von Nistkästen genutzt.

Habitatbäume, wie die angenagten Exemplare, dienen als Ausgleich für die Eingriffe in die Natur und Umwelt, die durch den Bau oder den Rückbau von Stromleitungen, wie dem neuen Ostbayernring, entstehen können. Dafür werden sie aus ihrer aktuellen Nutzung entnommen. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass diese nicht mehr gefällt werden dürfen, damit sich in ihnen innerhalb der nächsten Jahre natürliche Höhlen ausbilden können. Diese können dann von den ansässigen Tieren, wie Vögeln und Fledermäusen genutzt werden, in deren Lebensraum eingegriffen wird. Bis diese sich allerdings vollständig ausgebildet haben und genutzt werden können, bedarf es einer Zwischenlösung. Zum Einsatz kommen künstliche Höhlen: sogenannte Nistkästen. Diese sind für viele Tierarten eine willkommene Behausung „zur Zwischenmiete“, bis sich neue, natürliche Ersatzquartiere entlang der Trasse entwickelt haben.

Als die Flächen für die beschriebenen Kompensationsmaßnahmen ausgewählt und die Maßnahmen umgesetzt wurden, war im Umfeld der nun betroffenen Bäume weit und breit noch kein Biber in Sicht. Dieser muss sich dort erst in den letzten Monaten angesiedelt haben. Der Eigentümer, der die Biberspuren bemerkte, meldete den Vorfall dankenswerterweise unmittelbar samt Fotos an unsere Umweltplanerin.

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Durch die Beschädigung an den Bäumen stellt sich nun die Frage, wie es mit den Kompensationsmaßnahmen weitergeht. Die Nistkästen können ohne weitere Probleme umgehängt werden, jedoch kann ein Baum, sollte er umstürzen, nicht mehr als Habitatbaum genutzt werden. Da die Kompensationsmaßnahme bereits im Oktober vergangenen Jahres von der höheren Naturschutzbehörde abgenommen wurde, liegt dies nun im Aufsichtsbereich der unteren Naturschutzbehörde.

TenneT wird daher nun mit der zuständigen Naturschutzbehörde verschiedene Optionen diskutieren und bewerten. Wichtig ist es dabei, auch die Wünsche des Eigentümers zu berücksichtigen. Normalerweise bleibt ein solcher Habitatbaum als Totholz vor Ort liegen, sobald er umgefallen ist. Es wäre nun aber ungünstig, wenn die Bäume den Eigentümer später behindern, indem sie beispielsweise den Weg versperren. Denkbar wäre es demnach, die Bäume zu fällen, um auszuschließen, dass sie von alleine unkontrolliert umstürzen und eine Gefahr für Dritte darstellen. Ebenfalls denkbar wäre es, falls der Baum noch nicht akut einsturzgefährdet sein sollte, einen Maschendraht an den angenagten Stellen anzubringen, um eine weitere Zerstörung durch die Biber zu verhindern.

Welche Option sich als die Beste herausstellt, wird TenneT im weiteren Verlauf mit der unteren Naturschutzbehörde abstimmen. Wir halten Sie hier auf unserem Blog auf dem Laufenden und berichten, wenn es neue Entwicklungen gibt.

Ihr Team Ostbayernring

Kontakt

Markus Kretzler

Markus Kretzler

Referent für Bürgerbeteiligung