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Warum Schallimmissionen bei Freileitungen kein Grund zur Sorge sind Content page header

Bedarf Abschnitt Raum Lübeck – Raum Göhl

Gîhl Abschnitt Blog_Ostküstleitung

Die Frage, ob ein Bedarf für die 380‑kV‑Ostküstenleitung besteht, war immer wieder Thema in Politik und Öffentlichkeit. Über den Prozess der Netzentwicklungsplanung ist die Ostküstenleitung jedoch in das Bundesbedarfsplangesetz eingegangen. Der Bedarf der Leitung ist damit gesetzlich festgeschrieben und bestätigt.

Die erwartete Auslastung der Ostküstenleitung hat sich gegenüber den bisherigen Annahmen erneut erhöht. Ende 2020 ist u.a. die Teilfortschreibung "Windenergie an Land" des Landesentwicklungsplans Schleswig-Holstein in Kraft getreten, welche den weiteren Ausbau von Windenergie ermöglicht. Auf dieser Grundlage wurden die Prognosen für die Erzeugung erneuerbarer Energien in Ostholstein überarbeitet. In den kommenden Jahren werden im nördlichen Ostholstein etwa 1.700 Megawatt installierte Leistung erwartet – eine deutliche Steigerung.

Schon jetzt müssen Windkraftanlagen in der Region in bestimmten Situationen heruntergeregelt werden, wenn der hier produzierte Strom aus erneuerbaren Energien nicht mit den bestehenden Netzen abtransportiert werden kann. Erkennbar ist das an Windkraftanlagen, die genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet, stillstehen. Dass immer wieder Anlagen abgeschaltet werden müssen, zeigt, dass das bestehende Netz bereits jetzt an seine Grenzen kommt.

Das bestätigt auch die Bundesnetzagentur. Bereits im Netzentwicklungsplan 2014 (Zieljahr 2024) kam sie zu dem Schluss, dass der Bedarf für die Ostküstenleitung bei einer prognostizierten Einspeiseleistung erneuerbarer Energien im nördlichen Ostholstein in Höhe von 560 MW gegeben ist. Die nun prognostizierten 1.700 MW liegen dreimal höher. Diese Zahl verdeutlicht, wie dringend der Bedarf für die Ostküstenleitung besteht.

Als Alternative zu einer 380‑kV‑Leitung wurde in der Vergangenheit ein Netzausbau auf der 110‑kV‑Spannungsebene diskutiert. Eine Prüfung der Bundesnetzagentur ergab für diese Variante allerdings große Nachteile: So wären schon bei den damals angenommenen Einspeiseleistungen mehrere 110‑kV‑Trassen erforderlich gewesen. Die deutliche Steigerung der Einspeiseleistung zeigt, dass die Errichtung einer 380‑kV‑Leitung einerseits aufgrund der großen Einspeiseleistung sinnvoll ist. Andererseits ist sie auch nachhaltig aufgrund des immer weiter ansteigenden Anteils an erneuerbaren Energien an unserer Energieversorgung. Erneuter Netzausbau wird so möglichst vermieden.

Eine weitere, diskutierte Alternative zur 380‑kV‑Ostküstenleitung ist der Ausbau der Power-to-Gas-Kapazitäten, also der verstärkten Nutzung von energieintensiven Elektrolyseuren, die elektrische Energie in Wasserstoff umwandeln können. Dieser Wasserstoff könnte dann über bestehende Gasleitungen abtransportiert oder in windschwachen Zeiten vor Ort verbraucht werden. Hier ist festzustellen, dass absehbar keine so nennenswerten Elektrolysekapazitäten im Kreis Ostholstein entstehen werden, die den Bedarf der Ostküstenleitung obsolet werden lassen würden.

Insgesamt bleibt also der Bedarf für die 380‑kV‑Ostküstenleitung weiterhin bestehen. Die in den vergangenen Jahren deutlich angestiegene Einspeiseleistung in der Region zeigt, dass das Projekt weiterhin erforderlich ist. Alternativen, wie z.B. Wasserstoff, wurden bereits im Prozess der Netzentwicklungsplanung berücksichtigt und reichen nicht aus, um die enormen Einspeiseleistungen aus erneuerbaren Energien anderweitig zu verbrauchen.

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