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Bauphasen: Rückbau der Bestandstrasse

Bauphasen: Rückbau der Bestandstrasse

In den letzten Wochen konnten Sie durch unsere mehrteilige Blogreihe alles über die Abläufe zum Bau des neuen Ostbayernrings erfahren. Mit diesem letzten Beitrag über den Rückbau der Bestandstrasse möchten wir unsere Serie nun abschließen. Darüber, wie die Bestandstrasse demontiert und dabei der ursprüngliche Zustand der Maststandorte wiederhergestellt wird, sprechen wir heute  mit unserem Bauprojektleiter Stefan Opel.

Ab welchem Zeitpunkt kann der Rückbau beginnen?

Die alte Leitung ist derzeit noch im Betrieb und trägt einen wichtigen Teil zur Versorgungssicherheit in Ostbayern bei. Sobald wir die ersten Abschnitte des Ersatzneubaus fertiggestellt und in Betrieb genommen haben, können wir in diesen Abschnitten mit dem Rückbau der veralteten 220-Kilovolt Leitungssysteme beginnen. Nach derzeitigem Planungsstand werden wir den ersten Abschnitt zwischen Redwitz und Mechlenreuth im Herbst 2022 fertiggestellt haben, sodass wir voraussichtlich schon Ende dieses Jahres die ersten Bestandsmasten demontieren können. In seltenen Fällen gibt es allerdings auch Ausnahmen. Beispielsweise dann, wenn die Neubauleitung sehr dicht an die Bestandsleitung rückt. Dann ist es notwendig, dass wir einzelne Masten der alten Leitung halbseitig demontieren, um genügend Platz für die Errichtung der neuen Masten zu haben.

Welche Besonderheiten gibt es beim Rückbau der Bestandstrasse zu beachten?

Um die Auswirkung auf die Umwelt möglichst gering zu halten, haben wir den neuen Ostbayernring entlang der bestehenden Trasse geplant. Der Ersatzneubau verläuft somit, je nach örtlichen Gegebenheiten, entweder auf der linken oder der rechten Seite der alten Trasse. An vielen Stellen war es aber auch aufgrund planerischer Abwägungen nötig, Kreuzungen zwischen der Bestandtrasse und dem Neubau vorzusehen. Damit diese Kreuzungen baulich realisiert werden können, wird die Bestandsleitung in einzelnen Abschnitten temporär vom Netz genommen. Innerhalb dieses Schaltungsfensters werden dann die Leitungsseile der Bestandstrasse abgehängt, sodass wir die Leitungsseile für die neuen Masten aufhängen können.

Wie unterscheiden sich die Bauphasen von den Rückbauphasen?

Die einzelnen Phasen des Rückbaus sind mit den Bauphasen vergleichbar, verlaufen aber natürlich in umgekehrter Reihenfolge. Zuerst entfernen wir die Seilzüge und demontieren die Masten, indem wir die einzelnen Ebenen der Masten, die sogenannten Mastschüsse, von den Masten lösen, mit einem Kran absetzen und anschließend am Boden in ihre Einzelteile zerlegen. Diese Bestandteile werden dann in unsere Lager gebracht. Danach werden die Fundamente zurückgebaut. Dazu wir das Erdreich um die Masten abgetragen und die dann freiliegenden Betonfundamente mit speziellen Baumaschinen zerbröckelt und aus dem Erdreich entfernt. In einem letzten Schritt stellen wir die ursprünglichen Flächen wieder her. Der gesamte Rückbau des alten Ostbayernrings wird voraussichtlich circa 9 bis 12 Monate in Anspruch nehmen.

Wie werden die Flächen der ehemaligen Maststandorte nach dem Rückbau genutzt?

Über die weitere Nutzung der Flächen entscheiden die jeweiligen Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümer. Für die Waldflächen haben wir den Eigentümerinnen und Eigentümern beispielsweise die Durchführung von Aufforstungsmaßnahmen angeboten, die ein Großteil der Betroffenen auch in Anspruch nehmen wird. Für die übrigen Rekultivierungen steht uns eine breite Palette an Maßnahmen zur Verfügung. Beispielsweise füllen wir die Baugruben, die nach dem Entfernen der Betonfundamente entstehen, mit dem Bodenmaterial, das auch zu den jeweiligen regionalen Böden passt. Dabei hilft uns die bodenkundliche Baubegleitung, die uns nicht nur bei den Baumaßnahmen berät, sondern auch den Rückbau des Ostbayernrings begleitet. Die Fundamente werden zudem bis zu einer Tiefe von knapp 1,20 Meter vollständig entfernt. Dadurch stellen wir sicher, dass auf diesen Flächen nach dem Rückbau wieder uneingeschränkt Landwirtschaft betrieben werden kann.

Kontakt

Johannes M. Reinoso Guerra

Johannes M. Reinoso Guerra

Referent für Bürgerbeteiligung