TenneT-Studie: Strompreise in Deutschland 2014 um 12 Prozent gesunken

Publication date: 06. Mai 2015

  • Eine aktuelle Marktanalyse von TenneT zeigt: Deutschland hat mit die niedrigsten Großhandels-Strompreise in Europa

  • Großhandelspreise für Strom in beinahe allen europäischen Ländern gesunken

  • Stromleitungen zwischen den Ländern sorgen für größere Flexibilität

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat heute seine jährliche Marktanalyse – Market Review – zur Entwicklung des europäischen Strommarktes veröffentlicht. Die Studie zeigt europaweit einen deutlich rückläufigen Trend bei den Großhandelspreisen für Strom. Davon profitiert auch Deutschland:  Im Jahresdurchschnitt lag der Großhandelspreis für eine Megawattstunde Strom 2014 in Deutschland bei knapp 33 Euro. Im Jahr zuvor waren es noch ca. fünf Euro mehr. Dies bedeutet einen Rückgang um 12 %. Der TenneT-Studie zufolge setzen der steigende Anteil Erneuerbarer Energien sowie der trotz des Wirtschaftswachstums rückläufige Stromverbrauch in Deutschland die Großhandelspreise unter Druck. 

 

Abb. 1:

Obwohl die Strommärkte von immer mehr Ländern verbunden sind, gibt es innerhalb Europas nach wie vor große Unterschiede bei den Strompreisen. Zwar ist zu beobachten, dass 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu überall in Europa die durchschnittlichen Großhandels-preise sanken. Eine höhere Angleichung der Preise gibt es nach den Erkenntnissen der TenneT-Studie dennoch nur zeitweise und nur zwischen einigen europäischen Ländern, etwa Frankreich und Deutschland sowie Westdänemark und Deutschland (siehe Abb. 2).

 

Abb. 2.

Jährlicher Durchschnitt von stündlichen Day-ahead-Preisen und Prozent der Stunden mit voller Preiskonvergenz
(in Relation zu den Niederlanden und Deutschland). Lesebeispiel: Zahlen  Deutschland: 29/100 – d.h. In 29 % der Fälle
waren die Marktpreise in den Niederlanden und Deutschland gleich. 

 

Internationale Leitungen sorgen für Flexibilität

Der starke Anstieg von erneuerbaren Energiequellen wie Solar- und Windenergie, die für ein schwankendes Angebot an Strom sorgen, erfordert mehr Flexibilität der Stromerzeuger: Es muss Möglichkeiten geben, sich Strom anderswo zu beschaffen, wenn es keine oder weniger Solar- oder Windenergie gibt. Für diese Flexibilität sorgen Stromverbindungen mit anderen Ländern, über die Import oder Export von Strom stattfinden kann. Die Marktanalyse der TenneT zeigt, dass die Exporte aus Deutschland steigen, wenn gleichzeitig dank des großen Angebots an Strom aus erneuerbaren Energiequellen die Preise niedrig sind. So wird zum Beispiel mehr Strom aus Deutschland exportiert, wenn es eine höhere Solarerzeugung gibt (siehe Abb. 3).


Abb. 3: Jahresdurchschnitt des Nettoexports (Export – Import) der kommerziellen Elektrizitätsströme und Einspeisung der Solarenergie pro Stunde eines Tages in Deutschland

Integration der europäischen Strommärkte

TenneT betreibt das Höchstspannungsnetz sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden. Als der erste grenzüberschreitende Übertragungsnetzbetreiber in Europa arbeitet TenneT aktiv an der weiteren Integration der europäischen Strommärkte; der Fokus liegt dabei besonders auf Nord-West-Europa. Aktuell ist TenneT in Deutschland mit den Höchstspannungsnetzen in den Nieder-landen, Dänemark, Österreich und Tschechien verbunden. Zukünftig entstehen weitere Verbindungen, zum Beispiel nach Norwegen (Seekabelverbindung NordLink) und Dänemark (Mittelachse von Dollern nach Kassö).

 

Über den Market Review

Der Market Review prüft und analysiert die Marktentwicklungen, einschließlich der Preisentwicklungen auf dem europäischen Großhandelsstrommarkt im Jahr 2014. Das Hauptaugenmerk der Marktanalyse liegt auf Deutschland, den Niederlanden und den Nachbarländern Belgien und Frankreich. Die vollständige Fassung steht unter www.tennet.eu/de zum Download bereit.

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