Stromleitung von Thüringen nach Nordbayern in Betrieb genommen

Publication date: 17. Dezember 2015

  • Leitung stärkt regionale Versorgungssicherheit Nordbayerns
  • Bayerns Energieministerin Ilse Aigner: „Strombrücke ist ein wichtiger Meilenstein der Energiewende“
  • TenneT erwartet positive Auswirkungen auf Zahl und Kosten der Netzstabilisierungsmaßnahmen
  • Vorerst Teilinbetriebnahme der gesamten Leitung: Leitungsabschnitt auf bayerischer Seite fertiggestellt; auf thüringischer Seite kann ein System in Betrieb gehen

Ab heute stärkt eine neue Höchstspannungsleitung von Thüringen nach Franken die regionale Versorgungssicherheit Nordbayerns. Der bayerische Abschnitt der für die Stromversorgung Deutschlands strategisch wichtigen Höchstspannungsleitung von Lauchstädt in Thüringen nach Redwitz in Oberfranken ist fertiggestellt, erklärte heute der für diesen Leitungsabschnitt verantwortliche Übertragungsnetzbetreiber TenneT. Auf thüringischer Seite hat der dort zuständige Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz die Fertigstellung eines Stromkreises vorgezogen. Damit geht die gesamte Stromleitung ab heute teilweise in Betrieb. 

„Die neue Leitung ist ein wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit Bayerns. Mit ihr und dem Ausbau der Verbindung zu den Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen, dem Projekt in Ostbayern sowie der Gleichstromverbindung SuedLink, die Windstrom von Norddeutschland nach Bayern bringen wird, sorgen wir dafür, dass die wichtige Wirtschaftsregion Bayern auch in Zukunft gut versorgt wird“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung der TenneT TSO GmbH. Er begrüßte, dass die Stromverbindung nun zumindest teilweise bereits vor den Wintermonaten den Engpass beim Stromtransport aus dem Nordosten in den Süden und Südwesten Deutschlands entlasten könne. Sie fange außerdem den lokalen Erzeugungsrückgang durch die Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld auf und stabilisiere so die Versorgung der Region. Bayerns Energieministerin Ilse Aigner erklärte: „Die Inbetriebnahme des ersten von zwei Stromkreisen der Strombrücke ist ein wichtiger Meilenstein der Energiewende und ein Zeichen des weiteren Zusammenwachsens von Bayern und Thüringen auch im Energiebereich. Die Leitung entschärft den höchstbelasteten Netzengpass Deutschlands erheblich. Hierzu hat nicht nur die Rekordbauzeit von elf Monaten beigetragen, sondern auch das zügige und rechtlich einwandfreie Planfeststellungsverfahren durch die Regierung von Oberfranken.“ Mit insgesamt zweieinhalb Jahren von der Vorbereitung der Unterlagen über das Genehmigungsverfahren bis zum Bau sei ein Benchmark für den Netzausbau gesetzt worden, so Hartman. Dies sei nur möglich gewesen durch die gute Zusammenarbeit mit den Bürgern und der Kommunalpolitik vor Ort sowie der Regierung von Oberfranken und der bayerischen Staatsregierung. 

Hartman erwartet, dass die Inbetriebnahme der Verbindung auch einen eindämmenden Effekt auf das Netzengpassmanagement haben werde. Mit diesen Maßnahmen wird das Stromnetz stabilisiert. Dazu gehören Eingriffe in die Erzeugung von konventionellen Kraftwerken (Redispatch) und auch von erneuerbare Energien-Anlagen sowie die Sicherung von Reservekapazität. Im Netzgebiet von TenneT werden sich diese Kosten 2015 auf voraussichtlich insgesamt ca. 500 Millionen Euro belaufen. Sie werden letztlich von den privaten, gewerblichen und industriellen Verbrauchern getragen. Die neue Stromleitung entlastet die bislang einzige schon bestehende Verbindung zwischen Remptendorf in Thüringen und Redwitz in Nordbayern, die heute deutschlandweit eine der am stärksten von Engpässen bedrohten Leitungen ist. Ein großer Teil der Eingriffe, mit denen TenneT das Stromnetz stabilisiert, findet wegen der hier bestehenden Engpässe statt. Allein im ersten Halbjahr 2015 lag das Volumen der deswegen ausgelösten Eingriffe in die konventionelle Erzeugung (Redispatch) bei rund 3.400 Gigawattstunden. 

TenneT verantwortet den Abschnitt der Leitung von der Landesgrenze Bayern/Thüringen bis nach Redwitz (rund 30 Kilometer). Auf thüringischer Seite wurde jetzt der Abschnitt zwischen Altenfeld und der Landesgrenze zu Bayern (26 Kilometer) teilweise fertig gestellt; zwei weitere Abschnitte wurden bereits früher fertig gestellt (Lauchstädt - Erfurt-Vieselbach, 78 Kilometer, sowie Vieselbach - Altenfeld, 57 Kilometer). 

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